„Spontanes“ Sommermenü

Seit vielen, vielen Wochen will ich  mit einem lieben Freund kochen. Leider scheitern wir immer an der Terminfrage… Dann haben wir uns in dieser Woche auf der Straße, also schon auf dem Bürgersteig, getroffen und uns tatsächlich für heute zum Kochen verabredet. Wie schön, manchmal ist es so einfach!

Wir haben dann auf dem Bürgersteig stehend auch gleich ein kurzes Brainstorming veranstaltet und waren uns sehr schnell einig, dass es zur Vorspeise ein Zitronenrisotto mit gebratenem Zander, zum Hauptgang ein Steak mit mediterranem Gemüse und zum Nachtisch etwas mit Beeren geben sollte.

Und dann hat heute auch noch der Sommer begonnen! Die Sonne scheint, nur wenige Wölkchen verdecken manchmal für ein paar Minuten die Sonne, es ist warm. Gleich kommen unsere Gäste und das Essen verspricht einen leckeren Abend.

Hier ist die Einkaufsliste für unser Sommermenü

Für das Zitronenrisotto
300 g Risottoreis (ich nehme am liebsten Carnaroli), 2 kleine Schalotten, feingewürfelt, 1 kleine Knoblauchzehe, gehackt, 50 ml Weißwein, etwa 1 l Gemüse- oder Geflügelfond oder -brühe, 50 g Butter in Flöckchen, 50 g Parmesan, gerieben, Saft und Abrieb von 1 Zitrone, Salz und Pfeffer zum Abschmecken, 4 Zanderfilets mit Haut, etwas gehackte Petersilie, falls gewünscht.

Für das mediterrane Gemüse
2 Zucchini, wenn ihr bekommt je einen in gelb und in grün, 2 Auberginen,  je 1 rote und orange Paprikaschote, 2 Zwiebeln, 250 g Champignons, 500 g Kirschtomaten,1 Zweig Rosmarin, einige Zweige Thymian, Salz, Pfeffer und etwas Balsamico zum Abschmecken (kann, muss aber nicht).

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Zitronenrisotto

Das Risotto soll durch eine Zitronenmarmelade zum Zitonenrisotto werden. Das habe ich im www einmal gelesen. Da ich die Seite leider nicht wiederfinden konnte, habe ich mich dazu entschlossen, die Zitronenmarmelade wie folgt zu machen: Saft und Abrieb von einer Zitrone mit 3 EL Weißwein und 60 g Zucker vermischen und auf die Hälfte einkochen lassen. Ich war zufrieden.

So, jetzt ist mein lieber Freund eingetrudelt und wir machen uns an die Arbeit. Zunächst werden für das Risotto die Schalotte feingewürfelt, die Knoblauchzehe feingehackt, der Parmesan gerieben und der Geflügelfond erhitzt.

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Die Zwiebel und der Knoblauch werden in einer Mischung aus Olivenöl und Butter angeschwitzt, dann kommt der Risottoreis dazu. Unter Rühren mit andünsten, bis alle Reiskörner von Fett überzogen sind. Den Weißwein angießen, unter Rühren einkochen lassen, den Reis mit Fond aufgießen bis er bedeckt ist und das Risotto unter Rühren garen. Immer wenn der Reis die Flüssigkeit aufgenommen hat, eine weitere Kelle Fond zugießen. Nach etwa 20 Minuten ist das Risotto fertig, d.h. es ist schön cremig und macht „la onda“, der Reis hat aber noch Biss. Jetzt kommt die Zitronenmarmelade ans Risotto. Herr A. und ich, die wir noch nie ein Risotto mit Marmelade gegessen haben, sind sehr gespannt…. und sehr begeistert: es schmeckt köstlich! Dann wird der Parmesan und die Butter unter das Risotto gerüht. Nach etwa einer Minute Ruhezeit kann das Risotto auf den Teller.

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Weil ich heute nicht rühren muss, konnte ich mich in der Zwischenzeit um den Zander kümmern. DIe Zanderfilets waschen, trocken tupfen und in Olivenöl auf der Hautseite 2 Minuten bei mittlerer Hitze braten, umdrehen, Herdplatte ausschalten und die Filets noch eine Minute nachziehen lassen und mit Salz (ich habe Zitronensalz genommen) und Pfeffer würzen. Auf dem Zitronenrisotto anrichten und mit etwas Petersilie bestreut servieren.

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Noch während Herr A. und ich beim Schnippeln sind, kommt eine weitere Küchenfee dazu und hilft, die Gemüse und Tomanten für das mediterrane Gemüse in die richtige Form zu bringen. Jetzt ist aber wirklich erst einmal Zeit für einen Aperol Spritz und etwas „Küchenklatsch“. Auch mein Mann, der dem Kochen so gar nichts abgewinnen kann, außer dem Ergebnis, stößt mit uns auf den Sommer an.

Mediterranes Gemüse
Alle Gemüse werden in nicht zu kleine Stücke geteilt, die Zwiebel in Spalten und die Knofizehe in Scheiben geschnitten. Die Kirschtomaten haben wir halbiert und mit der Schnittseite nach oben in eine Auflaufform gelegt. Bevor das Gemüse mit Rosmarin und Thymian auf einem Backblech für 45 Minuten bei 170 °C in den Backofen kommt, wird es in einer Schüssel mit Olivenöl vermischt und auf dem Blech liegend noch mit Salz und Pfeffer bestreut. Nach einer Viertelstunde wandern die Tomaten auf einen Rost unter das Blech mit dem Gemüse in den Ofen.

DSC_0038Das Gemüse ist seit etwa einer halben Stunde im Ofen, die Tomaten schmoren seit 15 MInuten. Nun ist Zeit die T-Bone-Steaks anzubraten. Einfach bei ziemlich großer Hitze auf beiden Seiten 2 Minuten braten und dann auf einigen Rosmarinzweigen, in Scheiben geschnittener Knoblauchknolle und Zitronenscheiben für eine Viertelstunde in den Ofen. Die Temperatur reduziere ich jetzt auf 140 °C.

DSC_0054Das Gemüse ist fertig. Ich entferne die Kräuterzweige und gebe das Gemüse in eine große Schüssel. Oh, wie das duftet. Die Tomaten gesellen sich dazu, ich vermische alles sorgfältig aber behutsam und schmecke das Gemüse mit Salz und Pfeffer und einem winzinges Schlückchen Balsamico ab. Noch etwas Olivenöl darüberträufeln und fertig ist die sommerliche Köstlichkeit.

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Die Steaks sollten nun eigentlich medium sein. Ich hole sie aus dem Ofen, löse den Knochen aus und schneide sie in Scheiben. Und… sie sind genauso wie wir uns das vorgestellt haben.

Dessert
Tja, zum Nachtisch sollte es ja etwas mit Beeren geben.
Dazu habe ich beim Obsthändler meines Vertrauens Erdbeeren, Blaubeeren, Brombeeren und Himbeeren gekauft. Ich fand es dann doch zu schade, die bildschönen Früchte zu Püree oder Eis oder so zu verarbeiten. Daher haben wir sie geputzt, die Erdbeeren halbiert und mit etwas Orangenlikör mariniert und uns dazu entschlossen, sie mit einer Zabbaione zu essen.

DSC_0132Die Zabbaione ist fix gemacht: 2 Eier mit 2 Eierschalhälften Marsala und 2 EL Puderzucker in eine Schüssel geben, diese über einen Topf mit heißem Wasser hängen und so lange schlagen, bis die Masse zu einem cremigen, lockerem Schaum geworden ist. Wenn man dazu einen Handmixer nimmt – ich tue das und schäme mich nicht – geht das ruck zuck.  Die Zabbaione über die marinierten Früchte geben. Einfach und nur köstlich!

Ich wünsche uns, dass der Sommer bleibt!

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Tarte au citron im Miniformat

Beim Stöbern im Internet bin ich kürzlich auf die Seite Das Knusperstübchen von Sarah und auf ihren Knuspersommer-Event gestoßen. In diesem Jahr lautet das Motto „zitronig beerig“. Bei „zitronig“ muss ich sofort an meine kleinen Tartes aux citrons  denken. Die würden prima zum Knuspersommer passen, wenn ich sie mit Beeren toppe.

Ob ich damit teilnehmen soll? Mein eigener Blog ist noch jung, bei einem Event war  ich noch nie dabei…

Kurz überlegt, und ich bin sicher: das soll sich ändern!

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© Herdanziehungskraft.Lefering

Hier ist mein Rezept für 24 zitronige Mini-Tartes im Knuspersommer

Zutaten für den Teig
100 g blanchierte gemahlene Mandeln, 120 g Mehl, 50 g Puderzucker, 2 Eigelb, 90 g Butter und natürlich 1 Prise Salz.

Zutaten für die Füllung
100 ml Zitronensaft, geriebene Schale einer unbehandelten Zitrone, 60 ml Wasser, 75 g Puderzucker, 2 Eigelb und 20 g Butter sowie etwas Puderzucker zum Bestäuben. Beeren, Minzblättchen, Blättchen von Zitronenmelisse, Zitronenstückchen zum Belegen.

Zubereitung
Aus Mehl, Mandeln, Puderzucker, Eigelb, der Butter und der Prise Salz einen glatten Teig kneten und im Kühlschrank 1 Stunde kaltstellen. Den gekühlten Teig in 24 gleich schwere Portionen teilen und die Mulden einer Mini-Muffin-Form damit auskleiden. Jetzt kommen die Tartes bei 175 °C Umluft für 15 bis 20 Minuten in den Ofen bis sie goldbraun und knusprig sind. Kurz in der Form abkühlen lassen, vorsichtig aus der Form lösen und auf einem Kuchengitter ganz erkalten lassen.

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© Herdanziehungskraft.Lefering

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© Herdanziehungskraft.Lefering

Nun kommen die Zutaten für die Füllung in einem Topf und werden bei mittlerer Hitze unter Rühren erwärmt. Bitte lasst dabei Vorsicht walten, die Masse darf nicht kochen, sonst gerinnt das Eigelb. Und  immer schön rühren, damit die Masse sich nicht am Topfboden festsetzen kann. Und immer noch weiter rühren, bis das Eigelb abbindet und die Füllung schön cremig wird. Bevor die Creme in die Törtchen kommt, bestäube ich die Ränder der Törtchen mit Puderzucker. Damit die Zitronencreme ohne großes Kleckern in die knusprig goldbraunen Törtchen gelangt, benutze ich ein Milchkännchen.

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© Herdanziehungskraft.Lefering

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© Herdanziehungskraft.Lefering

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© Herdanziehungskraft.Lefering

Einen Teil der Tartes belege ich mit Zitronenstückchen. Die bereite ich wie folgt vor:
100 g Zucker in 100 ml Wasser auflösen und zum Kochen bringen. Zitronenstückchen einige Minuten im Sirup köcheln, auf ein Blech geben und abkühlen lassen.

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© Herdanziehungskraft.Lefering

Die Tartes aux Citrons nach dem Erkalten mit Blaubeeren, Himbeeren oder mit in Zuckersirup gedünsteten Zitronensegmenten belegen und mit Minze oder Zitronenmelisse aufhübschen.

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© Herdanziehungskraft.Lefering

Die Creme in den Törtchen erinnert mich an den Zitronenpudding, den meine Mutter früher immer gekocht hat. Auch der wurde mit frisch gepressten Zitronensaft gemacht und machte, dass es in den Wangen so schön prickelte. Bis heute gibt es für dieses Prickeln in unserer Familie den Ausdruck „Musik in den Backen“.

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©Herdanziehungskraft.Lefering

Aber die kleinen Tartes aux citrons machen mehr als nur Musik in den Backen, ich finde, sie machen auch Sommer!

 

Mehr Infos zum Knuspersommer gibt’s hier. Ich freue mich, dass ich dabei sein kann!

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