Aus zwei mach eins – Zwillingsteig

Vor längerer Zeit bereits habe ich einmal einen Bäcker befragt, welche Basis eigentlich die in Aachen so beliebten Fläden haben. Der Teig der Fläden  ist irgendwie mürbe, aber nicht ganz so fest wie ein „normaler“ Mürbeteig. Gleichzeitig hat er feine Poren, fast wie ein Hefeteig. Er bleibt länger frisch als Hefeteig und weicht, gerade wenn viel Obst im Spiel ist, nicht durch, wie das bei Mürbeteig schon einmal passieren kann.

©Herdanziehungskraft.Lefering-online 2018

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Die Antwort ist denkbar einfach: Reis- und Obstfläden und andere Obstkuchen auch werden mit Zwillingsteig hergestellt. Und das ist eine Mischung aus Mürbe- und Hefeteig. Am Wochenende habe mich an Zwillingsteig versucht… Das Ergebnis hat mich überzeugt. Der Teig verbindet in der Tat die positiven Eigenschaften beider Teigsorten miteinander. Ich habe eine Mischung im Verhältnis von etwa zwei Teilen Hefeteig zu einem Teil Mürbeteig gewählt. Ich kann mir aber vorstellen, dass je nach Belag auch andere Mischungsverhältnisse gut sind. Beim nächsten Mal würde ich einmal ein Verhältnis von 1:1 probieren. Die Teige werden zunächst separat hergestellt, gehen dann im Warmen, bzw. ruhen im Kalten und werden nach den Ruhephasen  miteinander verknetet.

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Zutaten für eine 26 cm Springform oder 2 kleine Formen à 18 cm Durchmesser
Hefeteig
120 g Mehl Typ 550, 4 g frische Hefe, 60 ml lauwarme Milch, 15 g Zucker, 1 Prise Salz,
1 Eigelb, 10 g weiche Butter
Hefe in der lauwarmen Milch auflösen, alle anderen Zutaten in eine Schüssel geben. Hefemilch mit in die Schüssel geben und alles so lange verkneten, bis sich der Teig vom Schüsselrand löst. Jetzt darf der Teig 1 Stunde an einem warmen Plätzchen gehen.

Mürbeteig
70 g Mehl Typ 550, 50 g Butter, 25 g Zucker
Alle Zutaten rasch zu einem homogenen Teig verkneten und ab damit in den Kühlschrank. Hier wartet der Mürbeteig nun mindestens eine halbe Stunde auf sein Rendevouz mit dem Hefeteig.

Nach der Ruhezeit werden die Teige miteinander verknetet. Dazu den Hefeteig etwas flachdrücken, den Mürbeteig in Stücken auf dem Hefeteig verteilen und dann das Ganze auf einer leicht bemehlten Arbeitsfläche  miteinander verkneten. Fertig ist der Zwillingsteig!

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Ausrollen und ab damit in die Form. Dabei je nach Füllung einen entsprechend hohen Rand formen. Ich habe zwei kleine Formen à 18 cm Durchmesser mit dem Teig gefüllt und den Teig in den Formen vor dem Backen noch einmal 30 Minuten ruhen lassen.

Beim Belag habe ich mich dann für zweieiige Zwillinge entschieden 😉 und einen fruchtigen Apfelkuchen mit Bienenstichguss und einen cremigen Badischen Rahmkuchen gebacken.

Für den Apfelkuchen
2 große Äpfel, Schale und Saft von 1/2 Zitrone, 2 Kapseln Kardamom, 1 Stück Zimtstange, 2 EL Rosinen, Zucker und/oder Honig nach Geschmack, 50 g Butter, Zucker, 40 g Mandelblättchen, 1 EL Milch, 1 EL Honig

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Äpfel schälen und in größere Stücke teilen. Mit der Schale und dem Saft einer halben Zitronen und den Rosinen in einen Topf geben, 2 Kardamonkapseln andrücken und zusammen mit einem Stück Zimtstange dazu geben. 3 EL Wasser zufügen, kurz aufkochen und dann bei kleiner Hitze 5 – 7 Minuten zu Kompott kochen. Die Apfelstücke sollen auf jeden Fall noch Biss haben und nicht zerfallen sein. Zum Schluss mit Zucker und /oder Honig nach Geschmack süßen und etwas abkühlen lassen. Da der Bienenstichguss süß ist, habe ich nur ganz wenig Zucker und Honig verwendet. Aber wie gesagt, jeder nach seinem Geschmack.
Für den Bienenstichguß die Butter leicht bräunen, Zucker und Mandelblättchen zugeben, ebenso die Milch und den Honig und alles einmal kurz aufkochen.

Das etwas abgekühlte Kompott auf dem Teig verteilen, vorher die Gewürze und Schale entfernen, die Bienenstichmasse über die Äpfel geben und bei 175 °C Umluft etwa 40 Minuten backen.

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Für den Badischen Rahmkuchen
200 g saure Sahne, 200 g süße Sahne, Mark einer Vanilleschote, 50 g Zucker, 1 Ei, Zimtzucker zum Bestreuen

Alle Zutaten in eine Schüssel geben und kurz aber gut miteinander verrühren und dabei möglichst wenig Luft in die Masse rühren. Auf den vorbereiteten Teig gießen und bei 175 °C  zusammen mit dem Apfelkuchen goldbraun backen.

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Ich habe den Apfelkuchen nach 40 Minuten aus dem Backofen genommen, den Badischen Rahmkuchen noch weitere 5 Minuten im ausgeschalteten Backofen stehen lassen. Die Kuchen dürfen zunächst in der Form etwas abkühlen und werden dann aus der Form gelöst.

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 Den Badischen Rahmkuchen vor dem Essen  noch mit reichlich Zimtzucker bestreuen und ggf. Sahne zum Apfelkuchen schlagen!

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Lasst es euch schmecken!

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Seit Kindertagen – Nuss-Pangani

Ich bin sicher, in jeder Familie gibt es im Advent und zu Weihnachten Plätzchen, die über Generationen hinweg gebacken werden. In unserer Familie sind das Nuss-Pangani. Das Rezept stammt aus dem „Handbuch der Weihnachtsbäckerei“ von Kölln-Zucker irgendwann aus den frühen 70er Jahren. Diese Nuss-Pangani gehörten zum Standard-Repertoire meiner Mutter. Ich backe sie seit ich vor vielen, vielen Jahren  zu Hause ausgezogen bin in jeder Vorweihnachtszeit. Unsere beiden Töchter lieben diese Plätzchen genau so wie ich. “Adventszeit ohne Nuss-Pangani ist keine richtige Adventszeit“ würden sicher beide sagen. Und deshalb werden diese Plätzchen in diesem Jahr auch in Glasgow gebacken , wo unsere ältere Tochter lebt.

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Mein Exemplar des Handbuchs für die Weihnachtsbäckerei ist tatsächlich das, was in meiner Kindheit auf der Arbeitsfläche lag, wenn gebacken wurde. Entsprechend sieht es aus: Das Deckblatt gibt es schon lange nicht mehr, Spuren von buttrigen Fingern, Flecken von Kakao, Zimt und anderen Dingen, die die Weihnachtsbäckerei braucht, zieren die Seiten.

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Diese Plätzchen aus Kindertagen, die so herrlich knusprig sind und bleiben, möchte ich euch heute vorstellen.

Zutaten:
200 g Butter, 100 g brauner Zucker, 1 Ei, 2 EL Rum, 200g Mehl, je 1/2 TL gemahlener Kardamom und Zimt, 1 Messerspitze geriebene Muskatnuss, 200 g gemahlene Walnüsse (Haselnüsse gehen auch), 100 g Grümmel-Kandis

Zubereitung:
Alle Zutaten in eine Schüsselgeben und mit der Küchenmaschine oder den Knethaken des Handrührers zu einem glatten Teig verkneten. Der fertigen Teig  zu Rollen formen und am besten über Nacht in Folie gewickelt im Kühlschrank kalt stellen.

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Am nächsten Tag den Backofen auf 175 °C Umluft vorheizen, bei Ober- und Unterhitze sind 180 °C optimal. Von den Teigstangen etwa 1/2 cm dicke Scheiben abschneiden, auf ein mit Backpapier belegtes Blech legen und ab damit in den Ofen. Die Backzeit beträgt 12 bis 15 Minuten, aber man sieht und riecht ja, wenn die Plätzchen fertig sind. Leider auch, wenn sie zu lange im Ofen waren. :-(

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Ich wünsche euch gutes Gelingen und freue mich, wenn ihr mir schreibt, ob es bei euch Familienplätzchen gibt, die unbedingt dazu gehören!

Die Plätzchensaison beginnt mit Aachener Printen

Natürlich gibt es in Aachen jede Menge Bäckereien, die gar köstliche Printen backen. Man hat nicht nur rund um den Dom reichlich Gelegenheit, dieses für Aachen typische Gebäck an beinahe jeder Straßenecke zu kaufen. Während des Jahres, denn in Aachen isst man Printen nicht nur zur Weihnachtszeit, kaufe ich Printen. Ich mag aber diesen einzigartigen Duft, der durchs Haus zieht, wenn Printen gebacken werden. Deshalb gehören Printen zu meinem Weihnachtsplätzchen-Repertoire. Und da sie besser werden, je länger man sie lagert, ist es immer die erste Sorte Plätzchen, die ich backe.

Plant bei eurer Printenbäckerei ein, dass der Teig vor dem Backen an einem kühlen Ort drei Tage ruhen muss. Mein Teig hat im Keller auf den Backtag gewartet.

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Zutaten:
450 g Zuckerrübensirup, 180 g brauner Zucker, 450 g Roggenmehl, 220 g Weizenmehl
80 g fein gehacktes Orangeat, abgeriebene Schale einer unbehandelten Orange, 1 große Prise Salz, 1 EL Pottasche, gemahlene Gewürze, nämlich 1 TL Nelken, 2 EL Zimt, 2 TL Anis, 1/2 TL Piment, 1/2 Ingwer, 1/2 TL Koriander

Zubereitung:
Rübensirup unter Rühren zusammen mit dem braunen Zucker erhitzen, bis sich der Zucker aufgelöst hat. Die Zuckermasse etwas abkühlen lassen. Nun das Mehl mit den gemahlenen Gewürzen, dem Salz und der geriebenen Orangenschale vermischen und die Zuckermasse vorsichtig unterrühren. Die Pottasche in 3 EL Wasser auflösen und zusammen mit dem Orangeat ebenfalls untermischen. Der Teig muss nun sehr gut geknetet werden. Bei mir macht das Gott sei Dank die Küchenmaschine. Sollte der Teig zu trocken sein, einfach noch etwas Wasser zugeben.

Und nun ab in den Keller mit dem Teig. Nach dem Ruhen den Teig portionsweise etwa fingerdick ausrollen. Das erfordert etwas Kraft, erspart aber den Gang ins Fitnessstudio 😉 und erlaubt die ein oder andere Printe mehr. Den ausgerollten Teig nach Belieben in Streifen schneiden oder mit Ausstechförmchen ausstechen. Typische Aachener Printen sind etwa 2 cm breit und 7 cm lang.

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Backofen auf 160 °C Umluft vorheizen und die Printen 15 bis 20 Minuten backen. Wer mag, bestreicht die Printen vor dem Backen mit Milch oder Zuckerwasser. Das gibt einen schönen Glanz.

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Sollten euch die Printen zu hart sein, legt einfach einen Apfelschnitz mit in die Keksdose. Das macht die Printen weicher. Und wenn euch die Lust auf Printen zum Kaffee verlässt, könnt ihr sie für die Sauce eines Sauerbratens verwenden. Dazu die Printen in kleine Stücke brechen und schneiden und in der Sauce auflösen. Das ist köstlich.

Ich wünsche allen viel Spaß beim adventlichen Plätzchenbacken. Bis bald!

 

Blaubeerzimthefeschnecken

Ich mag Blaubeeren, ich mag Zimt und ich mag Hefeteig. Was liegt da näher, als alles miteinander zu  leckeren Blaubeerzimthefeschnecken zu verbinden.

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Zutaten für eine Auflaufform von ca. 20 x 30 cm:
300 g Mehl, 10 g Hefe, 120 ml Milch, 30 g Zucker, 1 Ei, 30 g Butter für den Teig, etwa 2 EL zimmerwarme Butter zum Bestreichen, 3 EL Zimtzucker oder auch mehr, 200 g Blaubeeren, Zimtzucker zum Bestreuen, Fett für die Form, Puderzucker zum Bestäuben

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Zubereitung:
Mehl in eine Schüssel sieben, Hefe mit 1 EL Zucker in der Hälfte der Milch auflösen und 10 Minuten gehen lassen. 1 Prise Salz, restlichen Zucker zum Mehl geben. In der Mitte des Mehls eine Mulde formen und die Hefemilch hineingeben. 30 g Butter in Flöckchen auf dem Mehlrand verteilen. Hefemilch mit den Knethaken mit einem Teil des Mehls verrühren, das Ei zugeben, alle Zutaten miteinander verkneten. Dabei so viel von der restlichen Milch zugeben, bis sich der Teig vom Schüsselboden löst. Die Menge hängt etwas von der Größe des Eis ab. Sollte der Teig zu klebrig sein, einfach noch etwas Mehl unterarbeiten.

Nun darf der Teig erst einmal eine Stunde ruhen. Danach wird er noch einmal kräftig geknetet und auf der Arbeitsfläche zu einem Rechteck ausgerollt.

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Der ausgerollte Teig wird nun mit der zimmerwarmen Butter bestrichen und dick mit Zimtzucker bestreut.

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Nun kommen die Blaubeeren ins Spiel. Sie wandern auf das Butter-Zimtzucker-Bett, dann wird das Hefeteig-Rechteck von der langen Seit her aufgerollt.

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Die Rolle nun mit einem scharfen Messer in etwa 5 cm dicke Scheiben schneiden, in eine gebutterte Auflaufform geben und von oben auch noch einmal mit Zimtzucker bestreuen.

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Die Teigschnecken mit einem Tuch bedeckt noch einmal 30 Minuten gehen lassen und dann bei 175 °C goldbraun backen. Beim Backvorgang platzen die Blaubeeren teilweise auf und verbinden sich mit dem Zimtzucker zu einem köstlichen Kompott, das zum Teil in den Teig sickert und sich in den Ecken der Form an den Teig schmiegt… mmhhh!

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Noch etwas Puderzucker on Top und dann sind die Blaubeerzimthefeschnecken fertig zum Vernaschen.

Lasst es euch schmecken!

Zimt-Schnecken mit Äpfeln und zweierlei Pflaumen

Obwohl tatsächlich der Pflaumenkuchen à la Schwiemu mein Lieblingspflaumenkuchen ist, hatte ich heute Lust auf eine Variante. Zudem stand mir schon  zum Frühstück der Sinn nach Zimtschnecken. Was liegt da also näher, wenn schon nicht zum Frühstück, dann zum Kaffe, als Pflaumen und Zimtschnecken zu kombinieren. Und während ich darüber nachdenke, komme ich zu dem Ergebnis, dass auch Apfelstückchen und Walnüsse gut in die Schnecken passen würden… und wenn dann noch etwas frisches Pflaumenmus in den Zimtschnecken stecken würde… die Idee für unser sonntägliches Kaffeegebäck nimmt Formen an.

Zutaten für Pflaumenmus
300 g Pflaumen, 60 g Zucker, 1/2 Zimtstange, 1 Sternanis, 1 Gewürznelke, 1 El Rum (kann auch weggelassen werden, wenn Kinder mitessen)

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Hefeteig
250 g Dinkelmehl, 10 g frische Hefe, 20 g Zucker, etwa 75 ml Milch 1Ei, 25 g weiche Butter, 1 Prise Salz

Außerdem
2 kleine Äpfel, 8 Pflaumen, Zimt,  Zimtzucker, Puderzucker

Zubereitung

Pflaumenmus
Pflaumen entsteinen, in kleinere Stücke schneiden und in einen kleinen Topf geben. Zunächst 30 g Zucker, die Zimtstange, den Sternanis und 1 Nelke dazu geben und auf kleiner Flamme köcheln. Bitte zwischendurch immer wieder umrühren. Nach 45 Minuten die Hälfte des restlichen Zuckers zugeben, nach weiteren 45 Minuten die zweite Hälfte. Wenn die Pflaumen zu Mus zerfallen sind, bei mir war das heute nach 2,5 Stunden der Fall, Rum zufügen, Pflaumenmus vom Herd nehmen und abkühlen lassen. Zimt, Sternanis und Nelke entfernen.

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Hefeteig
Während das Pflaumenmus kocht, den Hefeteig vorbereiten. Hefe mit1 El Zucker und 50 ml Milch verrühren und stehenlassen, bis sich die Hefe aufgelöst hat. Restlichen Zucker und de Prise Salz zum Mehl geben, Hefemilch zugeben und mit den Knethaken kurz verrühren. Das Ei, die weiche Butter und soviel Milch zugeben und dann so lange kneten, bis der Teig sich von der Schüssel löst und er sich elastisch anfühlt. Schüssel zudecken und im Backofen bei eingeschalteter Beleuchtung eine Stunde ruhen lassen.

In der Zwischenzeit die Äpfel schälen, die Pflaumen entsteinen und beide Obstsorten in etwa 1cm große Würfel schneiden. Walnüsse grob hacken und Backofen auf 175°C Umluft vorheizen.

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Teig nach dem Ruhen kurz durchkneten und zu einem Viereck von etwa 20 x 30 cm ausrollen. Den Teig mit dem Pflaumenmus bestreichen, mit klein gewürfelten Äpfeln und Pflaumen belegen, gehackte Walnüsse darüber streuen und den Teig von der langen Seite her eng aufrollen. Dann in 10 gleich große Stücke schneiden und nebeneinander mit etwas Abstand im Kreis auf ein Backblech legen. Wer mag, fixiert die Schnecken auf dem Blech mit dem Rand einer Springform. Ich habe das getan und den Springformrand umgedreht, damit der Teig beim Aufgehen nicht in die Nut krabbelt. Die vorbereiteten Schnecken noch mit etwas Zimtzucker bestreuen und weitere 30 Minuten abgedeckt gehen lassen. Dann bei 175 °C etwa 30 Minuten backen. Nach dem Abkühlen mit Puderzucker und etwas Zimt bestreuen.
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Lasst es euch schmecken und genießt den Sonntag!

Pflaumenkuchen à la Schwiemu

So häufig es im Frühling Rhabarberkuchen gibt, so häufig gibt es im Herbst Pflaumenkuchen, und den nach dem Rezept meiner Schwiegermutter. Sie backte ihren Pflaumenkuchen immer mit einem Quark-Ölteig als Basis, darauf kamen reichlich Pflaumen und das war’s. Ich mag es gerne pur, deshalb ist diese Sorte Pflaumenkuchen meine Lieblingsvariante. Schon mal füge ich Streusel oder Mandelblättchen on Top, aber eigentlich schmeckt er mir einfach so, nur mit Frucht am besten.

Zutaten für eine 28 cm-Form
75 g Magerquark, 40 ml Bio-Sonnenblumenöl, 40 g Zucker, 1 Ei, 220 g Mehl und 1 TL Backpulver, ca. 1200 g Pflaumen, Muscovadozucker, Zimtzucker, gemahlener Zimt nach Geschmack

Für den Teig alle Zutaten von Magerquark bis Backpulver rasch verkneten. Der Teig kann im Anschlus direkt in die  Form gegeben und ausgerollt werden. Dabei solltet ihr einen Rand formen, damit der köstliche Saft, der beim Backen entsteht, nicht in den Backofen tropft sondern in den Teig ziehen kann und ihn herrlich aromatisch macht.

DSC_0195Pflaumen entlang der „Naht“ aufschneiden, die beiden Hälften bleiben dabei miteinander verbunden, Stein entfernen und die Pflaumenhälten so einritzen, dass vier Viertel entstehen, die aber auch noch zusammenhängen. Die Pflaumen dicht an dicht in die Kuchenform stellen, danach je nach Süße oder Säure der Pflaumen mit 3 EL oder mehr Muscovadozucker und 1 EL Zimtzucker oder je nach Geschmack auch mit gemahlenem Zimt bestreuen. Bei 175 °C Umluft 30 – 40 Minuten backen.

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Irgend jemand in meiner Familie hat sich wohl heimlich über die Pflaumen hergemacht….  die Menge Pflaumen reichte für die Form nicht mehr aus! Aber da Pflaumen ja gut zu Äpfeln passen und Zimt genauso gut zu Äpfeln wie zu Pflaumen und Äpfel im Haus waren, habe ich in die Leerstelle in der Mitte des Pflaumenkuchens einfach Apfelspalten platziert.

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DSC_0226Jetzt noch etwas Sahne dazu… und dann lasst es euch schmecken!

Aprikosen zum Geburtstag

Heute hat ein lieber Freund Geburtstag! Das ist immer ein Grund, selbst bei den heute Morgen schon herrschenden sommerlichen Temperaturen, den Ofen anzuschmeißen. Ich nutze den Festtag dazu, noch einmal die köstlichen orangefarbenen Früchten mit den roten Bäckchen zu verbacken. Die gibt es heute auf Hefeteig und unter einem Hefeteiggitter versteckt. Außerdem schleichen sich Butter, Zimtzucker und Mandeln zu den Aprikosen.

Zutaten
375 g Mehl, 12 g Hefe, 75 g Zucker, 200 ml Milch, 40 g Butter, 2 kräftige Prisen Salz, 300 g frische Aprikosen, 1/2 TL Zimt, 2 EL gehackte Mandeln, 40 g weiche Butter.

Aprikosenkuchen 8.1

Zubereitung
Hefe in der lauwarmen Milch mit 1 EL Zucker auflösen, zum Mehl in die Schüssel geben und kurz verrühren. Butter und Salz zugeben, alles zu einem homogenen Teig verkneten und ca. 30 Minuten gehen lassen.

In der Zwischenzeit den restlichen Zucker mit dem Zimt mischen, Aprikosen waschen, entsteinen und klein würfeln.

Nach der Ruhezeit den Teig zu einem Viereck in der Größe von ca. 25 x 30 cm ausrollen,  mit der weichen Butter bestreichen und dem Zimtzucker bestreuen, dabei 1 EL zurückbehalten. Aprikosen in die Mitte des Teigvierecks geben und mit den gehackten Mandeln und dem restlichen Zimtzucker bestreuen. Anstelle der Mandeln passen auch gehackte Pistazien gut zu den Aprikosen und setzen einen farblich besonders hübschen Akzent. Leider habe ich nicht daran gedacht, Pistazien einzukaufen und hatte auch keine im Vorrat…

Aprikosenkuchen 19

Nun die Enden des Teigstücks über die Aprikosen klappen, die Seitenränder mit der Schere in 2 cm breite Streifen schneiden und abwechselnd über die Aprikosen legen, so wie ich das auch bei den Blaubeer-Hefeteilchen gemacht habe.

Aprikosenkuchen 18

Den gefüllten Teig auf ein Backblech legen, 30 Minuten gehen lassen und bei 175 °C etwa 30 – 35  Minuten backen. Wer mag, gibt nach dem Erkalten noch eine Glasur aus Puderzucker und Zitronensaft über den Kuchen. Mir reicht etwas Puderzucker.

Aprikosenkuchen 7.1

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Schon heute Morgen, quasi zum 2. Geburtstagsfrühstück, haben wir den noch etwas warmen Aprikosenkuchen im Garten unter einem Kastanienbaum zusammen mit einem Kaffee genießen dürfen. So fühlt sich Sommer an!

Pull-apart-Bread

Meine absolute Lieblingslektüre sind Kochzeitschriften, im Freundeskreis werden sie gerne auch  „Koch-Pornos“ genannt. Ich glaube, es vergeht kein Tag, an dem ich nicht zumindest einen Blick  in mindestens ein Exemplar werfe. Bei der Lektüre der neueren Ausgaben begegnen mir derzeit häufig besonders aussehende Gebilde mit dem Namen „Pull-apart-Bread“. Das besondere Aussehen hat mich seeehr neugierig gemacht. Heute habe ich dem  Drang, ein solches Brot nachzubacken, nachgegeben.

So sieht sah es aus….

2016_04_13 DSC_0035Und weil es mittwochs in unserem Büro immer eine gemeinsame Kaffeerunde gibt, habe ich das Pull-apart-Bread, das ich mit einer Zimtbutter gefüllt habe, hier eingespeist. Die Kollegen – und auch die Chefs – waren zufrieden!

Wenn Ihr das Brot nachbacken möchtet, benötigt ihr

für den Teig
1/2 Würfel Hefe
500 g Mehl
60 g Zucker
50 g Butter
150 ml Milch
2 Eier
1 Prise Salz

für die Füllung
150 g weiche Butter
2 TL Zimt
1 Prise Salz
100 g brauner Zucker

Zuerst wird die Hefe zerbröselt und mit etwas Zucker und wenig lauwarmer Milch verrührt, damit sie sich auflöst. Die Butter lasse ich in der restlichen Milch schmelzen und gebe sie mit der Hefe-Milch-Mischung zum Mehl, das ich mit dem übrigen Zucker und 1 Prise Salz vermischt habe. Die beiden Eier zugeben und alles so lange kneten, bis sich der Teig vom Schüsselrand löst. Jetzt muss der Teig nur noch aufgehen. Ich stelle ihn dazu in den beleuchteten Backofen. Die Wärme der Lampe unterstützt den Prozess.

In der Zwischenzeit vermische ich für die Füllung die weiche Butter mit dem Zimt und einer Prise Salz.

Nach einer knappen Stunde kann der Teig weiter verarbeitet werden. Teig nur kurz durchkneten und zu einem Quadrat von etwa 50 x 50 cm Größe ausrollen. Mit der vorbereiteten Zimtbutter bestreichen und den braunen Zucker, bis auf 1 EL, darüber streuen. Jetzt wird das Teigquadrat in 6 gleich breite Streifen geschnitten und immer 3 Streifen aufeinandergelegt. Dabei wird der obere Teigstreifen wird mit der Butterseite nach unten auf die Butterseite des zweiten Teigstreifens gelegt. Es sind zwei Teigstapel entstanden. Diese werden wiederum in je 6 Stücke geschnitten.

Eine Kastenkuchenform (meine ist 24 cm lang) senkrecht hinstellen und die Teigstücke von unten nach oben einschichten.

2016_04_13 DSC_0032Form in die Waagerechte bringen und das Pull-apart-Bread mit dem übrig gelassenen braunen Zucker bestreuen. Jetzt muss das Brot noch einmal 30 Minuten gehen. Dann kommt es bei 175 °C in den vorgeheizten Backofen. Ggf. müssst ihr die Form während des Backens abdecken, damit das Gebäck nicht verbrennt. Nach einer Viertelstunde vorsichtig aus der Form „stürzen“.

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Pull-apart-Bread 1

Ich finde, das Pull-apart-Bread hält, was die „Koch-Pornos“ versprechen: sieht cool aus, und, was viel wichtiger ist, es schmeckt herrlich. Ich werde demnächst wohl auch einmal eine herzhafte Version backen und bin schon jetzt gespannt, wie die wohl schmeckt.

Ich lass‘ es euch wissen!