Wintergemüse Grünkohl

Als ich neulich am Samstagmorgen auf dem Wochenmarkt war, lag am Stand meines Lieblingsgemüsehändlers Grünkohl, und zwar in zwei Varianten: mit Strunk und schon gerupft und gezupft im Beutel. Eigentlich mag ich es, Lebensmittel im „Rohzustand“ zu kaufen und zu verarbeiten, beim Grünkohl habe ich aber eine Ausnahme gemacht. Die Tüte mit den schon fertig gemachten Grünkohl war einfach zu verlockend. Ein Paar Kartoffeln sind dann auch noch in den Einkaufskorb gewandert. Am Wurststand nebenan habe ich etwas Kasseler und Mettwürstchen gekauft; damit hatte ich eigentlich alles, was man für ein zünftiges Grünkohlessen braucht.

©Herdanziehungskraft.Lefering-online 2018

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Ich mag Grünkohl gerne, so wie meine Mutter ihn gemacht hat: zusammen mit Kartoffeln und Mettwürstchen und/oder Kasseler als Eintopf gekocht.
So während des Tages habe ich dann immer mal wieder den ein oder anderen Gedanken an meinen Grünkohl und seine Zubereitungsweise verschwendet. Und irgendwie musste ich dabei an die Art und Weise denken, wie unser Freund Ingo, der ursprünglich aus Norddeutschland stammt, seinen Grünkohl isst: er bestreut  Grünkohl mit Zucker. Zucker über den Grünkohl streuen, das wollte ich nun nicht, aber eine süssliche Komponente zu dem doch etwas herben Kohl, das konnte ich mir gut vorstellen. Und so kam es dazu, dass es am Samstag Grünkohl-Kartoffelstampf mit karamellisierten Äpfeln und gebratener Mettwurst gab.

Zutaten für 4 Personen
400 g vorbereiteter Grünkohl, 400 g Kasseler in kleine Würfel geschnitten, 2 Zwiebeln, etwas Butterschmalz zum Anbraten, 50 ml weißer Portwein, 1 kg Kartoffeln, etwas Milch, 2 EL  Butter, Muskat, 4 Mettwürstchen in schräge Scheiben geschnitten, 2 große Äpfel, Butter, brauner Zucker, 50 ml Weißwein.

Zubereitung
Den Grünkohl zunächst waschen und in kochendem Salzwasser 3 Minuten blanchieren. In ein Sieb gießen, abtropfen lassen und gut ausdrücken. In der Zwischenzeit die Zwiebeln fein würfeln und in etwas Butterschmalz glasig dünsten. Die Kasselerwürfel dazu geben und mit anbraten. Nun kommt der gut ausgedrückte Grünkohl mit den Topf, und wird ebenfalls angedünstet. Nach ca. 5 Minuten mit weißem Portwein ablöschen und den Grünkohl etwa 30 Minuten zugedeckt bei kleiner Hitze köcheln. Gegen Ende der Garzeit den Deckel abnehmen, damit die Restflüssigkeit verdampfen kann.

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Während der Grünkohl kocht, die Kartoffeln, schälen, waschen, in Würfel schneiden und in Salzwasser gar kochen. Dann abgießen, ausdämpfen lassen und mit einem Kartoffelstampfer grob zerstampfen. 2 EL Butter und so viel Milch zugeben, dass ein cremiger Kartoffelbrei entsteht, der durchaus noch etwas stückig sein darf.

Für die karamellisierten Äpfel die Äpfel entkernen und mit Schale in kleinere Würfel schneiden. 2 EL Zucker in einem Topf hellbraun karamellisieren, mit 50 ml Weißwein ablöschen und so lange kochen, bis sich der Zucker gelöst hat. Den Sud dann um die Hälfte einkochen lassen. Die Äpfel zugeben, bissfest garen und von der Kochplatte ziehen. Jetzt noch die in Scheiben geschnittenenen Mettwürstchen in Mehl wenden und in Butterschmalz kross braten.

Den Grünkohl nach 30 Minuten Kochzeit zu dem Kartoffelstampf geben, unterrühren. und mit Salz, Pfeffer und Muskat abschmecken und mittig auf einen Teller geben. Die Apfelstückchen drum herum geben und den Grünkohl-Kartoffelstampf mit etwas Sirup beträufeln. Zum Schluss die gebratenen Mettwürstchen on Top platzieren und ab damit auf den Tisch.

Herrlich!

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Lasst es euch schmecken!

 

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Resteverwertung – zweiter Teil

Wie ihr unschwer erkennen könnt, bin ich im Resteverwertungswahn! Heute möchte ich euch eine  Idee für die Verwertung von süßen Resten, in diesem Fall Stollen, vorstellen. Es gibt Stollenknödel  zum Nachtisch. Dazu braucht ihr für 4 Personen

©Herdanziehrungskraft.Lefering-online 2018

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Zutaten
2 altbackene Brötchen, 100 g Christstollen, 75 ml lauwarme Milch, 1 Ei, 1 TL abgeriebene Orangenschale, Zimt, Zucker

Zubereitung
Die Brötchen und den Christstollen fein würfeln und in eine Schüsel geben. Mit 75 ml lauwarmer Milch begießen und mindestens 30 Minuten abgedeckt stehen lassen. Das Ei verquirlen Orangenschale über die eingeweichte Masse geben, das Ei zugeben und alles zu einer homogenen Masse verkneten. Sollte die Masse etwas weich sein, ggf. noch 1 – 2 EL Semmelbrösel zugeben.

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Aus der Masse 8 kleine Knödel formen und in leicht gesalzenem Wasser 15 – 20 Minuten gar ziehen lassen. Die Knödel kurz abtropfen lassen, Zimtzucker wälzen und mit Vanillesauce servieren.

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Eine einfache Vanillesauce ist fix gemacht. 250 ml Milch mit 20 g Zucker, 1 geh. TL Speisestärke, dem Mark einer Vanilleschote und einem Ei verquirlen. Die Mischung nun zum Kochen bringen und eine Minute lang  kochen, dabei schön rühren, damit nichts ansetzt. Wenn euch die Sauce zu dick erscheint, einfach noch einen Schluck Milch zugießen. Wenn ihr einen Teil der Milch durch Sahne ersetzt, wird die Sauce besonders samtig.

Zum Servieren die Sauce in tiefe Teller gießen, je 2 Knödel hineinsetzen und die restliche Vanillesauce dazu reichen.

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Lasst es euch schmecken!

Selleriecremesuppe versus explodierende Gemüsepreise

Der Einkauf von Paprika, Zucchini, Broccoli Auberginen und Salat aus Südeuropa macht derzeit wahrlich keine Freude. Die Ernte dieser Gemüse ist in Italien, Spanien und Griechland Kälte,  Schnee, Frost und viel Regen zum Opfer gefallen. In der Folge steigen die Preise ins Unermessliche. Unsere älteste Tochter lebt in Schottland und erzählte, dass eine große Supermarktkette dort bereits begonnen hat, Obst und Gemüse zu rationieren. Jeder Kunde bekommt maximal drei Köpfe Salat…

Wie gut, dass die regionalen Landwirte uns mit tollen saisonalen Produkten, wie Sellerie, rote Bete, Porree, Möhren, Wirsing und vielem mehr versorgen und wir unabhängig von Importen leckere Sachen kochen können. Das schont den Geldbeutel und die Umwelt sowieso.

Aus unseren Wintergemüsen lassen sich wunderbare Suppen und Eintöpfe kochen. Bei mir sorgen Suppen, insbesondere Cremesuppen, immer für ein so schönes wohliges Gefühl. Genau das Richtige, wenn es draußen so usselig wie heute ist. Sellerie-cremesuppe mit Kartoffelwürfeln hat mich heute satt und glücklich gemacht. Und nicht nur mich! 😉

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Zutaten
750 g Knollensellerie, 200 g Kartoffeln, 2 Zwiebeln, 1 EL Butter, 1/2 Tl Koriandersaat, 500  ml Gemüsefond, 500 ml Milch, 1 großes Lorbeerblatt, 5 Stiele Thymian, Salz, Pfeffer, Muskatnuss, 100 ml Sahne, 2 mittelgroße Kartoffeln, je 1 EL Butter und Öl, Chiliflocken, ggf. etwas Zitronensaft zum Abschmecken, 4 Thymianzweige.

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Zubereitung
Zwiebeln fein würfeln, Sellerie und Kartoffeln in mittelgroße Würfel schneiden, Koriandersaat im Mörser fein zerstoßen. Butter in einem Topf zerlassen, Zwiebeln darin glasig dünsten. Nun die Sellerie- und Kartoffelwürfel und die zerstoßene Koriandersaat zugeben und kurz anbraten. Mit der Mich und dem Gemüsefond auffüllen, das Lorbeerblatt und Thymianzweige in den Topf geben und kochen, bis die Gemüsewürfel weich sind. Das dauert ungefähr eine halbe Stunde.

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In der Zwischenzeit die beiden restlichen Kartoffeln schälen und in 1 cm große Würfelchen schneiden. In einer kleinen Pfanne Butter und Öl erhitzen und die Kartoffeln bei kleiner bis mittlerer Hitze braten bis sie schön braun und knusprig und gar sind. Dann die Chiliflocken zu den Kartoffeln in die Pfanne geben und die Mischung salzen. Kartoffelwürfelchen warm halten. Die Sahne steif schlagen und bis zur Verwendung kühl stellen.

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Wenn der Sellerie und die Kartoffeln gar sind, Lorbeerblatt und Thymianzweige entfernen, die Suppe pürieren und anschließend durch ein feines Sieb passieren.

Sellerie 13Suppe wieder erhitzen, mit Salz und Pfeffer, Muskatnuss und ggf. etwas Zitronensaft abschmecken. Nun die Sahne zur Suppe geben und mit dem Pürierstab unter die Suppe mixen. Dabei etwa 4 TL Sahne zurück behalten. Die Suppe nochmals abschmecken,  in  Suppenteller oder -schalen geben, je 1 TL Sahne in die Mitte, gebratene Kartoffelwürfel darauf geben und mit Thymianlätzchen bestreuen.

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Lasst es euch schmecken!

Flammkuchen mit Wirsing

Es ist wieder Freitag und ich möchte am liebsten lecker ins Wochenende starten. Nach kurzer Überlegung steht fest:  es wird Flammkuchen geben. Heute aber nicht die klassische Variante, sondern eine Wintervariante mit Wirsing auf einem Teig mit Buchweizenmehl. Und weil Wirsing sich gut mit Senf verträgt, kommt Senf in den Belag aus saurer Sahne.

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Zutaten für 2 große Flammkuchen oder 2 Personen als Abendessen
150 g Dinkelmehl, 100 g Buchweizenmehl, 2 El Öl von der Olive oder Sonnenblume oder vom Raps, 1/2 TL Salz, ca. 180 ml Wasser, 500 g Wirsing, etwas Öl zum Dünsten, 1 Knoblauchzehe, 1/2 TL Kümmel, einige Zweige Thymian, Salz, Pfeffer, Muskatnuss, 1 Zwiebel, Cabanossi oder Pfefferbeißer,150 g saure Sahne, 3 TL körniger Senf, Zucker

Wirsing 1Wirsing 10Zubereitung
Für den Teig alle Zutaten bis auf das Wasser in eine Schüssel geben. Gebt zunächst nur einen Teil des Wassers hinzu und knetet alles  mit den Knethaken des Handrührers zu einen glatten Teig. Dabei nach und nach das restliche Wasser zugeben. Der Teig ist gut wenn er sich um die Knethaken windet und sich schließlich zu einer Kugel formt. Die Teigkugel mit Öl einreiben und 30 Minuten bei Zimmertemperatur ruhen lassen.

Flammkuchen 1Backofen auf 250 °C Ober-/Unterhitze vorheizen.

Vom Wirsing die harten Außenblätter entfernen, den Kohl vierteln, den Strunk entfernen und die Viertel in feine Streifen schneiden, waschen und abtropfen lassen. Knoblauchzehe fein hacken. Etwas Öl in einer Pfanne erhitzen, die Kohlstreifen und Knoblauch in die Pfanne geben, Thymianzweige zugeben und 7 Minuten dünsten. Mit Salz und Pfeffer sowie Muskatnuss würzen und den im Mörser zerstoßenem Kümmel zugeben. Die saure Sahne mit dem Senf verrühren und mit Zucker, ggf. Salz und Pfeffer abschmecken. Anstelle von saurer Sahne könnt ihr auch Schmand oder Creme fraiche verwenden. Ich mag am liebsten saure Sahne. Zum Schluss noch die Zwiebel pellen und in feine Scheiben schneiden.

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Zwei Backbleche mit Backpapier auslegen, den Flammkuchenteig halbieren und jeweils sehr dünn ausrollen. Mit der sauren Sahnemischung bestreichen, die Zwiebelringe darauf verteilen und darauf die Wirsingstreifen geben. Die Cabanossi oder Pfefferbeißer schräg in Scheiben schneiden und auf den Wirsing verteilen.

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Wirsing 13Wirsing 12

Nun wandert das erste Blech für etwa 15 Minuten in den Ofen. Der Flammkuchen ist fertig, wenn der Teig schön knusprig und appetitlich braun ist. Wie immer hängt die Backzeit immer auch etwas von eurem Herd ab. Ich hab vorm Servieren noch etwas Möhren über den fertigen Flammkuchen geraspelt. Das hatte allein optische Gründe 😉 Das zweite Blech kommt jetzt auch in den Ofen und der erste Flammkuchen schon einmal  auf Teller und dann auf den Tisch.

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Wirsing 19

Lasst es euch schmecken!

Pastinaken – Winterwurzelgemüse in Brot und als Chips

Unsere Töchter haben mir vor einigen Jahren ein Abo der Zeitschrift Lust auf Genuss geschenkt. Der Tag, an dem die jeweils neue Ausgabe kommt, ist immer ein sehr schöner Tag. Ich freue mich den ganzen (Nach-)Mittag darauf, dass ich es mir abends mit dem Heft auf dem Sofa gemütlich machen und mir die neuen Rezepte und Themen zu Gemüte führen kann.

Das Heft 2/2017 beschäftigt sich mit Wurzelgemüsen, wie Pastinaken, Schwarzwurzeln, Steckrüben, Sellerie, etc. Besonders angesprochen haben  mich die Ideen, Pastinaken in Brot zu verbacken und  Chips aus Schwarzwurzeln herzustellen.

Wir hatten am Wochenende Freunde zum Essen eingeladen. Das war eine gute Gelegenheit, zum Aperitif Chips aus Wurzelgemüse und als Begleitung zum Essen das Pastinakenbrot zu servieren. Ich habe die Rezepte etwas abgewandelt. Aus Schwarzwurzelchips sind  Pastinakenchips geworden und im Pastinakenbrot habe ich einzelne Zutaten verändert.

Chips 2Pastinakenchips
Zutaten
170 g geschälte Mandeln, 30 g Leinsamen, 300 g Pastinaken, 1 Knoblauchzehe, 1TL Oregano, 1TL geräuchertes Paprikapulver, Salz, Pfeffer, 2 EL (schwarzer) Sesam, Zitronensaft nach Geschmack

Chips 5

Zubereitung
Mandeln über Nacht in Wasser einweichen, Leinsamen in 60 ml Wasser 2 Stunden einweichen. Pastinaken schälen und grob raspeln. Am nächsten Tag die Mandeln abgießen und in einer Küchenmaschine hacken. Leinsamen mit Einweichwasser, in Stückchen geschnittener Knoblauchzehe, dem Oregano, dem Paprikapulver, 20 Umdrehungen schwarzen Pfeffer aus der Mühle und 2 guten Prisen Salz mit Hilfe der Küchenmaschine zu einer glatten Masse verarbeiten. Sesamsamen unterarbeiten und die Masse noch einmal mit Salz, Pfeffer und Zitronensaft abschmecken.

Chips 4Backblech mit Backpapier auslegen und die Masse dünn darauf verstreichen. Im Backofen bei 100 °C Umluft ca. 3,5 bis 4,0 Stunden trocknen.  Die Trockenzeit variiert je nach Dicke der Masse. Nach einer Stunde mit dem Messer Sollbruchstellen einritzen, damit sich die Chips nach dem Trocknen in Stücke brechen lassen. Ich habe beim Trockenvorgang die Ofentür einen Spalt offen gelassen. Auf jeden Fall sollten die Chips am Ende kross sein.

Chips 3

Luftdicht verpackt sollen sich die Chips halten. Das konnte ich allerdings nicht überprüfen. 😉 Am Ende des Abends war alles verputzt. Ich kann mir gut vorstellen, dass diese Chips auch mit Sellerie schmecken würden. Das probiere ich bestimmt einmal aus.

Pastikakenbrot
Zutaten
600g Pastinaken, 1/2 Würfel Hefe, 100 g  gemahleneHaselnüsse, 80 g Pekannüsse, 30  g Leinsamen, 30 g Flohsamenschalen, 50 g Kürbiskerne, 75 g Buchweizenmehl, 75 g Dinkelvollkornmehl, je 1Tl gemahlener Kreuzkümmel und zerstoßener Koriander.

Pastinakenbrot 11

Zubereitung
350 g Pastinaken schälen, in Stücke schneiden, in Salzwasser in ca. 20 Minuten weichkochen und anschließend  fein zerstampfen oder pürieren. Die restlichen Pastinaken schälen, eine Hälfte grob, die andere Hälfte fein raspeln. Hefe in 150 ml lauwarmen Wasser mit 1 TL Zucker auflösen.  Pastinakenraspel, -Mus, Haselnüsse, Pekannüsse, Leinsamen, Flohsamenschalen, Buchweizen- und Dinkelmehl und 1/2 TL Salz in einer Schüssel mischen. Hefe Wasser dazu geben und mit einem Holzlöffel und dann mit den Händen zu einer homogenen Masse verarbeiten. Ggf. noch mit etwas Salz abschmecken. Teig mindestens 60 Minuten gehen lassen. Mehr schadet nicht.

Pastinakenbrot 10

Backofen auf 230 °C Umluft vorheizen. Teig zu einem Laib Formen und auf ein Backblech legen .Ich habe das geformte Brot noch einmal 30 Minuten ruhen lassen. Der Teig geht nicht besonders stark auf, das ist aber überhaupt nicht schlimm. Brot in den Ofen schieben und 15 Minuten backen, Temperatur auf 175 °C reduzieren und in ca. 30 – 40 Minuten fertig backen.

Pastinakenbrot 5Pastinakenbrot 6

Bei uns gab es Butter und Salz, einen Rote Bete- und einen Avocado-Dip zum Brot.

Pastinakenbrot 2Pastinakenbrot 9
Pastinakenbrot 8

Und am Sonntagmorgen schmeckte das Pastinakenbrot mit Quark,  Marmelade und Honig zum Frühstück.

 

 

Rosenkohl und Rote Bete

Nicht, dass ich nicht gerne Weihnachtsplätzchen, Schokolade, Stollen und Spekulatius esse… aber nach der doch etwas süß-lastigen Advents- und Weihnachtszeit steht mir heute der Sinn nach etwas wirklich Herzhaftem.

Außerdem habe ich noch folgendes Anforderungsprofi an das heutige Gericht: unkompliziert soll es sein, lecker natürlich auch und ich will nicht allzu lange in der Küche stehen.

Auf dem Mark habe ich gestern Rosenkohl und Rote Bete gekauft. Im Kühlschrank gibt es noch Bacon, der soll mit dem Gemüse in den Backofen.

Rosenkohl 1

Rote Bete 1
Rosenkohl 2

Zutaten für 2 Personen:
500 g Rosenkohl, 4 Rote Bete-Knollen (mittelgroß), 2 Olivenöl, Salz, Pfeffer, Balsamico , 100 g Bacon, Ahornsirup, wenn ihr mögt.

Die Mengen sind sehr variabel und hängen im Wesentlichen  von eurem Appetit ab.

Zubereitung:
Rosenkohl waschen, putzen und die Röschen halbieren, die Rote Bete-Knollen schälen und je nach Größe vierteln oder achteln. Rosenkohl in eine Auflaufform geben und frisch gemahlenem Pfeffer würzen, Rote Bete-Achtel dazu geben, Gemüse mit grobem Meersalz würzen und mit 2 EL Olivenöl beträufeln. Nun kommt die Auflaufform für etwa 30 Minuten bei 175 °C Umluft in den Backofen. Der Rosenkohl sollte am Ende der Backzeit Farbe angenommen haben und fast gar sein.

Rosenkohl 4

Rosenkohl 6

Das Gemüse wird nun mit Balsamico-Essig beträufelt. Ich habe 2 EL genommen. Die Menge hängt etwas vom Säuregehalt eures Essigs und eurem Geschmack ab. Jetzt kommt der Speck oben auf das Gemüse und die Form wandert noch einmal in den Backofen und bleibt dort, bis der Speck schön kross geworden ist.

Rosenkohl 10
Rosenkohl 7

Dann raus aus dem Ofen, ich habe zum Schluss Ahornsirup über das Gemüse gegeben. Rosenkohl, Rote Beten sowieso und auch der Speck vertragen sich wunderbar mit der besonderen Süße des Sirups.

Rosenkohl 8Rosenkohl 9

Wir haben das Gemüse ohne weitere Beilagen gegessen. Kartoffelpüree würde bestimmt gut dazu passen und Frikadellen kann ich mir dazu auch vorstellen.

Wenn man davon absieht, dass das Putzen des Rosenkohls etwas Zeit in Anspruch nimmt, ist das Gemüse schnell zubereitet und macht sich im Ofen dann fast von alleine. Und lecker war es auch. Darf es öfter geben!

Frohes Neues Jahr!

Nach einer längeren Pause melde ich mich heute zurück und wünsche euch allen ein frohes, glückliches, gesundes und hoffentlich auch genussreiches neues Jahr 2017.
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Und ich möchte euch heute ein Gebäck vorstellen, das in meiner Heimat im Münsterland in der Zeit um den Jahreswechsel „Hochkonjunktur“ hat.

Es sind die sogenannten „Neujährchen“, die manchmal auch „Eiserkuchen“ genannt werden. Rezepte für Neujährchen gibt es, das könnt ihr euch sicher denken, unzählig viele. Jede Familie schwört hier auf ihr eigenes Rezept. Und ich auf meins :-), das ich übrigens von der Schwägerin meiner Schwester bekommen habe.

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Das Münsterland war und ist immer noch eine Region, die sehr von der Landwirtschaft geprägt ist. Früher arbeiteten viele, viele  Menschen in der Landwirtschaft, sei es als Bauer und Bäuerin auf dem eigenen Hof oder als angestellte Magd oder angestellter Knecht. Die Zeit zwischen Weihnachten und Neujahr war traditionsgemäß arbeitsfrei und alle Menschen nutzen die Zeit, um Verwandte, Freunde und Bekannte zu besuchen.  Diese Tage zwischen den Jahren trugen den Namen „Kokedage“. Das ist Münsterländer Platt und heißt so viel heißt wie: „Kuchentage“.

Meine Oma erzählte mir, dass es damals nicht nötig war, seinen Besuch anzukündigen. Alle Hausfrauen stellten sich bereits im Vorfeld der Kokedage darauf ein, dass täglich Besuch kam. Damit sie aber nicht jeden Tag auf’s Neue Kuchen backen mussten, denn schließlich war ja eigentlich arbeitsfrei, sie aber selbstverständlich jeden Gast gut bewirten wollten, sind wohl  Neujährchen entstanden, knusprige Hörnchen, die sich gut auf Vorrat herstellen lassen. Gefüllt mit frisch geschlagener Sahne und Marmelade (oder eingewecktem Obst, das es im Vorratskeller immer gab), sind diese Hörnchen eine Köstlichkeit. Ich mag sie allerdings am liebsten pur ohne alles.

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Für die Zubereitung benötigt man ein spezielles Hörncheneisen und ein Hilfsmittel, um Hörnchen zu formen. Meine Hörnchen sind immer an beiden Enden offen. Man kann sie aber al gusto auch zu „richtigen“ (Eis-)Hörnchen formen.

Ich stelle den Teig für meine Neujährchen immer am Vorabend des Backtages her, damit der Teig gut quellen kann. So werden die Hörnchen besonders kross und knusprig .

Zutaten:
Außer einem Hörncheneisen benötigt ihr:
200 g brauen Kandiszucker oder Grümmel, 0,5  l Wasser, 65 g Butter, 1 Ei und 250 g Mehl, ganze Aniskörner nach Geschmack

Zubereitung:
Zunächst löst ihr den Kandiszucker in heißem Wasser auf und lasst die Zuckerlösung wieder abkühlen. Dann rührt ihr die Butter und das Ei schaumig und gebt nach und nach das Mehl und 3/4 der Zuckerlösung zu bis ein glatter Teig entstanden ist. Ich lasse den Teig dann über Nacht im Kühlschrank ruhen. Am nächsten Tag benötigt der Teig in der Regel noch etwas von der übrig gebliebenen Zuckerlösung. Der Teig sollte die Konsistenz eines dünnen Pfannkuchenteiges haben.

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Am einfachsten ist es, ein Probehörnchen zu backen. Dazu das Hörncheneisen sehr gut vorheizen, 2 Löffel, ich benutze einen Saucenlöffel, Teig in das Hörncheneisen geben und backen bis es schön braun geworden ist. Der Teigkreis, der entsteht sollte am Ende des Backvorganges sehr dünn sein, an den Ränder fast durchsichtig, dann ist er genau richtig.

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Nun müsst ihr euch beeilen und aus dem Teigfladen ein Hörnchen formen. Das geht nur, solange der Fladen noch heiß ist. Am besten benutzt ihr zum Formen ein dünnes Holz oder etwas Ähnliches. Ich nehme immer eines dieser Plastikröhrchen, in denen Zuckerstreusel und -Perlen im Handel angeboten werden.

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Vielleicht fragt ihr euch, wann denn der Anis zum Teig kommt. Im Prinzip von Anfang an. Da meine Töchter die Hörnchen lieber ohne Anis mögen, füge ich die Aniskörner erst zu, wenn ich die Hälfte des Teiges zu Hörnchen verarbeitet habe. Aber das ist jedem selbst überlassen, ebenso wie die Menge an Anis, die ihr zufügt.

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Aus der angegebenen Menge sind 40 Hörnchen entstanden. Die Menge kann aber je nach Dicke, in der ihr die Hörnchen anfertigt, variieren.

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Lasst es euch schmecken!