Aus zwei mach eins – Zwillingsteig

Vor längerer Zeit bereits habe ich einmal einen Bäcker befragt, welche Basis eigentlich die in Aachen so beliebten Fläden haben. Der Teig der Fläden  ist irgendwie mürbe, aber nicht ganz so fest wie ein „normaler“ Mürbeteig. Gleichzeitig hat er feine Poren, fast wie ein Hefeteig. Er bleibt länger frisch als Hefeteig und weicht, gerade wenn viel Obst im Spiel ist, nicht durch, wie das bei Mürbeteig schon einmal passieren kann.

©Herdanziehungskraft.Lefering-online 2018

©Herdanziehungskraft.Lefering-online 2018

©Herdanziehungskraft.Lefering-online 2018

©Herdanziehungskraft.Lefering-online 2018

Die Antwort ist denkbar einfach: Reis- und Obstfläden und andere Obstkuchen auch werden mit Zwillingsteig hergestellt. Und das ist eine Mischung aus Mürbe- und Hefeteig. Am Wochenende habe mich an Zwillingsteig versucht… Das Ergebnis hat mich überzeugt. Der Teig verbindet in der Tat die positiven Eigenschaften beider Teigsorten miteinander. Ich habe eine Mischung im Verhältnis von etwa zwei Teilen Hefeteig zu einem Teil Mürbeteig gewählt. Ich kann mir aber vorstellen, dass je nach Belag auch andere Mischungsverhältnisse gut sind. Beim nächsten Mal würde ich einmal ein Verhältnis von 1:1 probieren. Die Teige werden zunächst separat hergestellt, gehen dann im Warmen, bzw. ruhen im Kalten und werden nach den Ruhephasen  miteinander verknetet.

©Herdanziehungskraft.Lefering-online 2018

©Herdanziehungskraft.Lefering-online 2018

Zutaten für eine 26 cm Springform oder 2 kleine Formen à 18 cm Durchmesser
Hefeteig
120 g Mehl Typ 550, 4 g frische Hefe, 60 ml lauwarme Milch, 15 g Zucker, 1 Prise Salz,
1 Eigelb, 10 g weiche Butter
Hefe in der lauwarmen Milch auflösen, alle anderen Zutaten in eine Schüssel geben. Hefemilch mit in die Schüssel geben und alles so lange verkneten, bis sich der Teig vom Schüsselrand löst. Jetzt darf der Teig 1 Stunde an einem warmen Plätzchen gehen.

Mürbeteig
70 g Mehl Typ 550, 50 g Butter, 25 g Zucker
Alle Zutaten rasch zu einem homogenen Teig verkneten und ab damit in den Kühlschrank. Hier wartet der Mürbeteig nun mindestens eine halbe Stunde auf sein Rendevouz mit dem Hefeteig.

Nach der Ruhezeit werden die Teige miteinander verknetet. Dazu den Hefeteig etwas flachdrücken, den Mürbeteig in Stücken auf dem Hefeteig verteilen und dann das Ganze auf einer leicht bemehlten Arbeitsfläche  miteinander verkneten. Fertig ist der Zwillingsteig!

©Herdanziehungskraft.Lefering-online 2018

©Herdanziehungskraft.Lefering-online 2018

©Herdanziehungskraft.Lefering-online 2018

©Herdanziehungskraft.Lefering-online 2018

Ausrollen und ab damit in die Form. Dabei je nach Füllung einen entsprechend hohen Rand formen. Ich habe zwei kleine Formen à 18 cm Durchmesser mit dem Teig gefüllt und den Teig in den Formen vor dem Backen noch einmal 30 Minuten ruhen lassen.

Beim Belag habe ich mich dann für zweieiige Zwillinge entschieden 😉 und einen fruchtigen Apfelkuchen mit Bienenstichguss und einen cremigen Badischen Rahmkuchen gebacken.

Für den Apfelkuchen
2 große Äpfel, Schale und Saft von 1/2 Zitrone, 2 Kapseln Kardamom, 1 Stück Zimtstange, 2 EL Rosinen, Zucker und/oder Honig nach Geschmack, 50 g Butter, Zucker, 40 g Mandelblättchen, 1 EL Milch, 1 EL Honig

©Herdanziehungskraft.Lefering-online 2018

©Herdanziehungskraft.Lefering-online 2018

Äpfel schälen und in größere Stücke teilen. Mit der Schale und dem Saft einer halben Zitronen und den Rosinen in einen Topf geben, 2 Kardamonkapseln andrücken und zusammen mit einem Stück Zimtstange dazu geben. 3 EL Wasser zufügen, kurz aufkochen und dann bei kleiner Hitze 5 – 7 Minuten zu Kompott kochen. Die Apfelstücke sollen auf jeden Fall noch Biss haben und nicht zerfallen sein. Zum Schluss mit Zucker und /oder Honig nach Geschmack süßen und etwas abkühlen lassen. Da der Bienenstichguss süß ist, habe ich nur ganz wenig Zucker und Honig verwendet. Aber wie gesagt, jeder nach seinem Geschmack.
Für den Bienenstichguß die Butter leicht bräunen, Zucker und Mandelblättchen zugeben, ebenso die Milch und den Honig und alles einmal kurz aufkochen.

Das etwas abgekühlte Kompott auf dem Teig verteilen, vorher die Gewürze und Schale entfernen, die Bienenstichmasse über die Äpfel geben und bei 175 °C Umluft etwa 40 Minuten backen.

©Herdanziehungskraft.Lefering-online 2018

©Herdanziehungskraft.Lefering-online 2018

Für den Badischen Rahmkuchen
200 g saure Sahne, 200 g süße Sahne, Mark einer Vanilleschote, 50 g Zucker, 1 Ei, Zimtzucker zum Bestreuen

Alle Zutaten in eine Schüssel geben und kurz aber gut miteinander verrühren und dabei möglichst wenig Luft in die Masse rühren. Auf den vorbereiteten Teig gießen und bei 175 °C  zusammen mit dem Apfelkuchen goldbraun backen.

©Herdanziehungskraft.Lefering-online 2018

©Herdanziehungskraft.Lefering-online 2018

Ich habe den Apfelkuchen nach 40 Minuten aus dem Backofen genommen, den Badischen Rahmkuchen noch weitere 5 Minuten im ausgeschalteten Backofen stehen lassen. Die Kuchen dürfen zunächst in der Form etwas abkühlen und werden dann aus der Form gelöst.

©Herdanziehungskraft.Lefering-online 2018

©Herdanziehungskraft.Lefering-online 2018

DSC_0143

 Den Badischen Rahmkuchen vor dem Essen  noch mit reichlich Zimtzucker bestreuen und ggf. Sahne zum Apfelkuchen schlagen!

©Herdanziehungskraft.Lefering-online 2018

©Herdanziehungskraft.Lefering-online 2018

Lasst es euch schmecken!

©Herdanziehungskraft.Lefering-online 2018

©Herdanziehungskraft.Lefering-online 2018

FacebookTwitterGoogle+PinterestTeile diesen Beitrag mit deinen Freunden

… der letzte Rhabarberkuchen 2016

Ich fürchte, heute habe ich den letzten Rhabarberkuchen der Saison 2016 gebacken. Ich gebe zu, dass mich dabei Wehmut überfallen hat. Gleichzeitig schwirrt mir aber – wahrscheinlich schon in Vorfreude auf das nächste Jahr – eine Idee im Kopf herum, nämlich in der Rhabarbersaison 2017 Rezepte mit Rhabarber in einem Rhabarberspecial zu sammeln. Die Idee muss aber noch wachsen und reifen….

Der Rhabarberstreuselkuchen, den ich euch im März vorgestellt habe,  ist der Rhabarberkuchen, der  am häufigsten in den Ofen und auf die Kaffeetafel wandert. Zum Abschied heute gibt es Rhabarbercrostata.

DSC_0028

Zutaten für eine Crostata
220 g Mehl, 125 g Butter, 60 g Zucker, 1 Ei und 1 Prise Salz, 700 g Rhabarber, 3 EL Zucker (ich nehme eine Mischung aus braunem und weißem Zucker), 1 TL abgeriebene Orangenschale, 2 EL Orangenlikör, alternativ Orangensaft, flüssige Butter zum Bepinseln.

Zubereitung:
Als erstes putze ich den Rhabarber, schneide ihn in mundgerechte Stücke, vermische ihn mit dem Zucker, der Orangeschale und dem Likör bzw. dem Orangensaft.

Für den Mürbeteig das Mehl, die Butter, Zucker, das Ei und die Prise Salz rasch verkneten, ggf. etwas eiskaltes Wasser oder Mehl zugeben, damit ein schöner homogener Teig entsteht. Dieser wandert für mindestens 30 Minuten in den Kühlschrank.

Nach der Ruhezeit rolle ich den Teig zwischen zwei Lagen Backpapier zu einem Kreis mit etwa 30 cm Durchmesser aus. Oberes Backpapier entfernen, Teig mit dem Backpapier auf ein Backblech legen und die Rhabarberstücke mitsamt des Saftes, der sich gebildet hat, in die Mitte des Teigkreises geben. Dabei einen freien Rand von etwa 4 – 5 cm lassen. Diesen Teigrand einschlagen und über den Rhabarber legen. Das geht am besten, wenn man kleine Falten in den Teig einarbeitet. Ihr könnt die Crostata auch in einer Tarte- oder Pie-Form backen. Ich mag’s lieber, wenn die Crostata ohne Form gebacken wird.Nun noch den Teigrand mit flüssiger Butter einpinseln, wer mag gibt auf den Rand noch etwas Zucker und dann ab damit in den 175 °C vorgeheizten Backofen.

DSC_0029

Nach 25 – 30 Minuten (wenn Ihr in einer Form backt, braucht die Crostata entsprechend länger) ist die Crostata schön kross. Mir schmeckt sie am besten lauwarm, gern mit etwas Vanilleeis oder leicht angeschlagener Sahne!

Ganz bestimmt „Auf Wiedersehen im nächsten Jahr!“