Eine Tarte so bunt wie der Herbst

Wenn ich an Herbst denke, habe ich sofort wettertechnische Assoziationen. Ich denke an Wind, Nebel, Regen und Herbstsonne. Ich kann fast spüren, wie mich der Wind beim Spaziergang packt und wie die warme Herbstsonne, die alles in ein so wunderbar goldenes Licht taucht, mir den Rücken wärmt. Und wenn es nicht zu viele am Stück sind, liebe ich Regentage! Koch- und genusstechnisch muss ich beim Stichwort Herbst an Äpfel, an Nüsse, an Zwiebelkuchen, Pflaumen und Kürbis und Kürbissuppe denken, an Stände auf dem Wochenmarkt, die uns Pilze, Rote Bete, Spitzkohl und Wirsing und Rotkohl und so vieles mehr anbieten.

Irgendwie hatte sich dann doch der Zwiebelkuchen in meinem Kopf sehr festgesetzt. Auch die Nüsse und Äpfel ließen sich nicht so ganz verdrängen… Also habe ich überlegt, wie ich das alles unter einen Hut bekomme und herausgekommen ist eine herbstliche Tarte, auf der sich Äpfel, Zwiebeln, Speck und  Ziegenkäse tummeln. Und die Nüsse, die haben ihren Platz im Teig gefunden.

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Zutaten
für den Quark-Ölteig
150 g Mehl, 70 g gemahlene Haselnüsse, 1 gehäufter TL Backpulver,1 TL Salz, 40 ml Öl, 75 g Quark, 1 Ei.

für den Belag
100 g Ziegenfrischkäse, 2 EL Naturjoghurt, 2 Bund Frühlingszwiebel, 5 kleine Äpfel, etwa 100 g geräucherten Speck in dünnen Scheiben, 2 TL braunen Zucker, nach Geschmack Ahornsirup zum Beträufeln

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Zubereitung
Für den Quarkölteig alle Zutaten rasch zu einem homogenen Teig verkneten, ggf. noch etwas Wasser zufügen. Dann kann der Teig sofort in einer 28 cm groß Tarteform ausgerollt werden, dabei einen Rand formen.

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Für den Belag die Frühlingszwiebeln – irgendwie paradox auf einer herbstlichen Tarte Frühlingszwiebeln zu verarbeiten 😉 – putzen waschen und  in etwa 5 cm lange Stücke schneiden. Wenn die Frühlingszwiebeln dick sind, solltet ihr sie der Länge nach halbieren. Die Äpfel schälen, entkernen und in nicht zu dünne Spalten schneiden. Den Ziegenfrischkäse mit dem Naturjoghurt in einer Schüssel verrühren und mit Salz und Pfeffer herzhaft abschmecken.

Backofen auf 175 °C Umluft vorheizen.

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Nachdem alle Vorbereitungen getroffen sind, wird zunächst die Ziegenfrischkäsecreme auf dem Boden der Tarte glatt gestrichen. Nun eine Runde Apfelspalten am Rand der Tarteform aufstellen, danach folgt eine Runde mit Stückchen der Frühlingszwiebeln, danach wieder eine Runde Apfel und dann wieder Zwiebeln, bis die der Boden bedeckt ist. Äpfel und Zwiebeln pfeffern und vorsichtig salzen, denn der Speck, der ja noch zum Einsatz kommt, bringt Salz mit. Wer mag kann auch noch etwas frischen Thymian über die Füllung geben. Nun kommen die Speckstreifen zum Einsatz. Sie werden auf die Füllung gelegt, so dass die gesamte Oberfläche bedeckt ist. Ich habe mich für geräucherten Südtiroler Speck entschieden. Mit anderem Speck oder Schinken oder Bacon geht es aber auch. Zum Schluss den braunen Zucker über die Tarte streuen und Apfel-Zwiebel-Tarte 6

dann kann die Form für etwa 25 – 30 Minuten in den Backofen. Gegen Ende der Backzeit solltet ihr des Öfteren ein Auge auf die Tarte werfen, der Speck soll zwar knusprig aber keinesfalls schwarz werden!

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Tarte aus dem Ofen nehmen, kurz abkühlen lassen, in Stücke scheiden und wenn ihr mögt mit Ahornsirup beträufeln. Ich habe es getan und nicht bereut…

Lasst es euch munden!

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Lauwarmer Herbstsalat aus dem Ofen

Heute habe ich zum Abendessen einen lauwarmen Herbstsalat gemacht. Wenn man von der Zeit, die die Gemüse im Ofen verbringen, absieht, ist dieser Salat superschnell gemacht. Die relativ lange Verweildauer Im Ofen lohnt sich aber aus meiner Sicht auf jeden Fall. Denn dadurch verschmelzen die Geschmäcker von Kürbis, Rote Beete, Apfel, Ingwer, Knoblauch und Olivenöl auf ganz wunderbare Weise miteinander. Wenn ihr einen mürben Apfel verwendet, zerfällt er und gibt dem Dressing die Süße, die dem Kürbis und auch den Rote Beten gut zu Gesicht steht. Für mich ist dieser Salat bei regnerischen Herbstwetter echtes Soul-Food.

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Zutaten für 2 Personen
1/2  Butternutkürbis, nicht zu groß, 3 kleine rote Bete, 2 kleiner Äpfel, 2 Knoblauchzehen, 3 Scheiben Ingwer,  Salz, Pfeffer, etwas Zucker,  1 rote Chilischote, 2 EL Olivenöl, 1 El Kürbiskerne, nach Geschmack auch mehr,  milder Essig, 2 Stiele glatte Petersilie.

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Zubereitung
Backofen auf 175 °C Umluft vorheizen.

Kürbis waschen, in grobe Stücke schneiden, rote Bete und Äpfel schälen und in Viertel teilen, Knoblauchzehen andrücken und alles zusammen mit den Ingwerscheiben und der Chilischote in eine Auflaufform geben. Mit dem Olivenöl beträufeln, mit Salz und Pfeffer würzen und im Backofen etwa 30 Minuten backen. Dann die Kürbiskerne über das Gemüse streuen und alles zusammen weitere 10 Minuten rösten. Dabei werden die Kürbiskerne schön knackig.

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Gemüse aus dem Ofen nehmen, etwas abkühlen lassen, den Essig, ich habe weißen Balsamico genommen, darüber geben und gut durchmischen. Den Salat mit Salz und Pfeffer und einer Prise Zucker abschmecken. Zum Schluss die nicht zu fein geschnittene Petersilie über den Salat geben und zusammen mit Brot servieren.

Herbstsalat 6Herbstsalat 5Lasst es euch schmecken!

Der Herbst, der Herbst, der Herbst ist da!

Es lässt sich nicht länger leugnen… Der Herbst ist da! Nach den wettertechnisch wunderschönen letzten Wochen, muss ich mich erst an das dunklere Wetter gewöhnen. Aber natürlich freue ich mich auch über den Herbst, denn er bringt wunderbares Gemüse mit, wie zum Beispiel Kürbis. Und den habe ich zu Lasagne verarbeitet, und zwar zu einer vegetarischen.

Damit die Lasagne dem etwas dunkel daher kommenden Tag auch Paroli bieten konnte, habe ich den leuchtend orangen Kürbis mit Spinat kombiniert. Das sieht nicht nur schön aus, sondern schmeckte auch ziemlich lecker.

Die angegebenen Mengen reichen je nach Hunger für 4 bis 5 Personen.

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Zutaten
1 Hokaido-Kürbis oder Teile davon, so etwa 750 g, 2 EL Butter in Flöckchen, 2 Knoblauchzehen Salz, Pfeffer, 200 g grob gehackter Blattspinat (gerne auch TK), 9 Lasagne-Platten, 200 g Ricotta, 100 g  Emmentaler, 100 g Feta, 40 g feingeriebener Parmesan, 1 Ei Salz, Pfeffer und Muskatnuss, frisch gemahlen bzw. gerieben, 2 EL Butter, 1 Schalotte, 2 – 3 TL Senf (ich habe körnigen Dijon-Senf genommen), 50 ml Weißwein, 1 gehäufter EL Mehl, 650 ml Milch, 1 Knoblauchzehe, Salz, Muskatnuss

Zubereitung
Zunächst den Kürbis waschen, putzen und in etwa 1 cm breite Spalten schneiden. Auf ein mit Backpapier ausgelegtes Blech legen, die Butterflöckchen über den Kürbisspalten verteilen, mit Salz und Pfeffer würzen und im 175 °C (Umluft) heißem Ofen 20 Minuten rösten, dabei die Spalten nach 10 Minuten wenden.

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Für die Bechamelsoße die Schalotte in sehr feine Würfel schneiden, 2 EL Butter schmelzen und die Schalottenwürfel darin glasig dünsten. Mit Weißwein ablöschen und einkochen lassen. Nun das Mehl zugeben, anschwitzen und die Milch zugießen. Dabei kräftig rühen und die Soße etwa 10 Minuten köcheln lassen. Eine geschälte Knoblauchzehe mitköcheln, aber entfernen, bevor ihr die Lasagne dann einschichtet. Die Soße mit Salz, Pfeffer, Muskatnuss und etwas Zitronensaft kräftig abschmecken. Sie soll zum Schluss relativ flüssig sein.

RIcotta mit 50 g Emmentaler, Feta, der Hälfte des Parmesans und dem Ei verrühren. Die Masse mit Salz, Pfeffer und Muskatnuss abschmecken.

Backofen auf 175 °C Umluft vorheizen.

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Die Nudelplatten in eine Auflaufform geben und mit einem Drittel der Bechamelsoße bestreichen.  Mit der Hälfte des Spinats und des Kürbis belegen und dann die Hälfte der Ricottafüllung aufstreichen. Jetzt folgen wieder Lasagneplatten, Soße, Kürbis, Spinat … bis alle Zutaten verbraucht sind.  Mit dem letzten Drittel Bechamelsoße abschließen und den restlichen Emmentaler gemischt mit dem restlichen Parmesan darüber streuen. Die Lasagne für 45 Minuten in den 175 °C heißen Backofen stellen.

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Vor dem Anschneiden etwas ruhen lassen. Und dann guten Appetit!

Zimt-Schnecken mit Äpfeln und zweierlei Pflaumen

Obwohl tatsächlich der Pflaumenkuchen à la Schwiemu mein Lieblingspflaumenkuchen ist, hatte ich heute Lust auf eine Variante. Zudem stand mir schon  zum Frühstück der Sinn nach Zimtschnecken. Was liegt da also näher, wenn schon nicht zum Frühstück, dann zum Kaffe, als Pflaumen und Zimtschnecken zu kombinieren. Und während ich darüber nachdenke, komme ich zu dem Ergebnis, dass auch Apfelstückchen und Walnüsse gut in die Schnecken passen würden… und wenn dann noch etwas frisches Pflaumenmus in den Zimtschnecken stecken würde… die Idee für unser sonntägliches Kaffeegebäck nimmt Formen an.

Zutaten für Pflaumenmus
300 g Pflaumen, 60 g Zucker, 1/2 Zimtstange, 1 Sternanis, 1 Gewürznelke, 1 El Rum (kann auch weggelassen werden, wenn Kinder mitessen)

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Hefeteig
250 g Dinkelmehl, 10 g frische Hefe, 20 g Zucker, etwa 75 ml Milch 1Ei, 25 g weiche Butter, 1 Prise Salz

Außerdem
2 kleine Äpfel, 8 Pflaumen, Zimt,  Zimtzucker, Puderzucker

Zubereitung

Pflaumenmus
Pflaumen entsteinen, in kleinere Stücke schneiden und in einen kleinen Topf geben. Zunächst 30 g Zucker, die Zimtstange, den Sternanis und 1 Nelke dazu geben und auf kleiner Flamme köcheln. Bitte zwischendurch immer wieder umrühren. Nach 45 Minuten die Hälfte des restlichen Zuckers zugeben, nach weiteren 45 Minuten die zweite Hälfte. Wenn die Pflaumen zu Mus zerfallen sind, bei mir war das heute nach 2,5 Stunden der Fall, Rum zufügen, Pflaumenmus vom Herd nehmen und abkühlen lassen. Zimt, Sternanis und Nelke entfernen.

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Hefeteig
Während das Pflaumenmus kocht, den Hefeteig vorbereiten. Hefe mit1 El Zucker und 50 ml Milch verrühren und stehenlassen, bis sich die Hefe aufgelöst hat. Restlichen Zucker und de Prise Salz zum Mehl geben, Hefemilch zugeben und mit den Knethaken kurz verrühren. Das Ei, die weiche Butter und soviel Milch zugeben und dann so lange kneten, bis der Teig sich von der Schüssel löst und er sich elastisch anfühlt. Schüssel zudecken und im Backofen bei eingeschalteter Beleuchtung eine Stunde ruhen lassen.

In der Zwischenzeit die Äpfel schälen, die Pflaumen entsteinen und beide Obstsorten in etwa 1cm große Würfel schneiden. Walnüsse grob hacken und Backofen auf 175°C Umluft vorheizen.

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Teig nach dem Ruhen kurz durchkneten und zu einem Viereck von etwa 20 x 30 cm ausrollen. Den Teig mit dem Pflaumenmus bestreichen, mit klein gewürfelten Äpfeln und Pflaumen belegen, gehackte Walnüsse darüber streuen und den Teig von der langen Seite her eng aufrollen. Dann in 10 gleich große Stücke schneiden und nebeneinander mit etwas Abstand im Kreis auf ein Backblech legen. Wer mag, fixiert die Schnecken auf dem Blech mit dem Rand einer Springform. Ich habe das getan und den Springformrand umgedreht, damit der Teig beim Aufgehen nicht in die Nut krabbelt. Die vorbereiteten Schnecken noch mit etwas Zimtzucker bestreuen und weitere 30 Minuten abgedeckt gehen lassen. Dann bei 175 °C etwa 30 Minuten backen. Nach dem Abkühlen mit Puderzucker und etwas Zimt bestreuen.
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Lasst es euch schmecken und genießt den Sonntag!

Pflaumenkuchen à la Schwiemu

So häufig es im Frühling Rhabarberkuchen gibt, so häufig gibt es im Herbst Pflaumenkuchen, und den nach dem Rezept meiner Schwiegermutter. Sie backte ihren Pflaumenkuchen immer mit einem Quark-Ölteig als Basis, darauf kamen reichlich Pflaumen und das war’s. Ich mag es gerne pur, deshalb ist diese Sorte Pflaumenkuchen meine Lieblingsvariante. Schon mal füge ich Streusel oder Mandelblättchen on Top, aber eigentlich schmeckt er mir einfach so, nur mit Frucht am besten.

Zutaten für eine 28 cm-Form
75 g Magerquark, 40 ml Bio-Sonnenblumenöl, 40 g Zucker, 1 Ei, 220 g Mehl und 1 TL Backpulver, ca. 1200 g Pflaumen, Muscovadozucker, Zimtzucker, gemahlener Zimt nach Geschmack

Für den Teig alle Zutaten von Magerquark bis Backpulver rasch verkneten. Der Teig kann im Anschlus direkt in die  Form gegeben und ausgerollt werden. Dabei solltet ihr einen Rand formen, damit der köstliche Saft, der beim Backen entsteht, nicht in den Backofen tropft sondern in den Teig ziehen kann und ihn herrlich aromatisch macht.

DSC_0195Pflaumen entlang der „Naht“ aufschneiden, die beiden Hälften bleiben dabei miteinander verbunden, Stein entfernen und die Pflaumenhälten so einritzen, dass vier Viertel entstehen, die aber auch noch zusammenhängen. Die Pflaumen dicht an dicht in die Kuchenform stellen, danach je nach Süße oder Säure der Pflaumen mit 3 EL oder mehr Muscovadozucker und 1 EL Zimtzucker oder je nach Geschmack auch mit gemahlenem Zimt bestreuen. Bei 175 °C Umluft 30 – 40 Minuten backen.

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Irgend jemand in meiner Familie hat sich wohl heimlich über die Pflaumen hergemacht….  die Menge Pflaumen reichte für die Form nicht mehr aus! Aber da Pflaumen ja gut zu Äpfeln passen und Zimt genauso gut zu Äpfeln wie zu Pflaumen und Äpfel im Haus waren, habe ich in die Leerstelle in der Mitte des Pflaumenkuchens einfach Apfelspalten platziert.

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DSC_0226Jetzt noch etwas Sahne dazu… und dann lasst es euch schmecken!