Frohes Neues Jahr!

Nach einer längeren Pause melde ich mich heute zurück und wünsche euch allen ein frohes, glückliches, gesundes und hoffentlich auch genussreiches neues Jahr 2017.
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Und ich möchte euch heute ein Gebäck vorstellen, das in meiner Heimat im Münsterland in der Zeit um den Jahreswechsel „Hochkonjunktur“ hat.

Es sind die sogenannten „Neujährchen“, die manchmal auch „Eiserkuchen“ genannt werden. Rezepte für Neujährchen gibt es, das könnt ihr euch sicher denken, unzählig viele. Jede Familie schwört hier auf ihr eigenes Rezept. Und ich auf meins :-), das ich übrigens von der Schwägerin meiner Schwester bekommen habe.

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Das Münsterland war und ist immer noch eine Region, die sehr von der Landwirtschaft geprägt ist. Früher arbeiteten viele, viele  Menschen in der Landwirtschaft, sei es als Bauer und Bäuerin auf dem eigenen Hof oder als angestellte Magd oder angestellter Knecht. Die Zeit zwischen Weihnachten und Neujahr war traditionsgemäß arbeitsfrei und alle Menschen nutzen die Zeit, um Verwandte, Freunde und Bekannte zu besuchen.  Diese Tage zwischen den Jahren trugen den Namen „Kokedage“. Das ist Münsterländer Platt und heißt so viel heißt wie: „Kuchentage“.

Meine Oma erzählte mir, dass es damals nicht nötig war, seinen Besuch anzukündigen. Alle Hausfrauen stellten sich bereits im Vorfeld der Kokedage darauf ein, dass täglich Besuch kam. Damit sie aber nicht jeden Tag auf’s Neue Kuchen backen mussten, denn schließlich war ja eigentlich arbeitsfrei, sie aber selbstverständlich jeden Gast gut bewirten wollten, sind wohl  Neujährchen entstanden, knusprige Hörnchen, die sich gut auf Vorrat herstellen lassen. Gefüllt mit frisch geschlagener Sahne und Marmelade (oder eingewecktem Obst, das es im Vorratskeller immer gab), sind diese Hörnchen eine Köstlichkeit. Ich mag sie allerdings am liebsten pur ohne alles.

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Für die Zubereitung benötigt man ein spezielles Hörncheneisen und ein Hilfsmittel, um Hörnchen zu formen. Meine Hörnchen sind immer an beiden Enden offen. Man kann sie aber al gusto auch zu „richtigen“ (Eis-)Hörnchen formen.

Ich stelle den Teig für meine Neujährchen immer am Vorabend des Backtages her, damit der Teig gut quellen kann. So werden die Hörnchen besonders kross und knusprig .

Zutaten:
Außer einem Hörncheneisen benötigt ihr:
200 g brauen Kandiszucker oder Grümmel, 0,5  l Wasser, 65 g Butter, 1 Ei und 250 g Mehl, ganze Aniskörner nach Geschmack

Zubereitung:
Zunächst löst ihr den Kandiszucker in heißem Wasser auf und lasst die Zuckerlösung wieder abkühlen. Dann rührt ihr die Butter und das Ei schaumig und gebt nach und nach das Mehl und 3/4 der Zuckerlösung zu bis ein glatter Teig entstanden ist. Ich lasse den Teig dann über Nacht im Kühlschrank ruhen. Am nächsten Tag benötigt der Teig in der Regel noch etwas von der übrig gebliebenen Zuckerlösung. Der Teig sollte die Konsistenz eines dünnen Pfannkuchenteiges haben.

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Am einfachsten ist es, ein Probehörnchen zu backen. Dazu das Hörncheneisen sehr gut vorheizen, 2 Löffel, ich benutze einen Saucenlöffel, Teig in das Hörncheneisen geben und backen bis es schön braun geworden ist. Der Teigkreis, der entsteht sollte am Ende des Backvorganges sehr dünn sein, an den Ränder fast durchsichtig, dann ist er genau richtig.

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Nun müsst ihr euch beeilen und aus dem Teigfladen ein Hörnchen formen. Das geht nur, solange der Fladen noch heiß ist. Am besten benutzt ihr zum Formen ein dünnes Holz oder etwas Ähnliches. Ich nehme immer eines dieser Plastikröhrchen, in denen Zuckerstreusel und -Perlen im Handel angeboten werden.

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Vielleicht fragt ihr euch, wann denn der Anis zum Teig kommt. Im Prinzip von Anfang an. Da meine Töchter die Hörnchen lieber ohne Anis mögen, füge ich die Aniskörner erst zu, wenn ich die Hälfte des Teiges zu Hörnchen verarbeitet habe. Aber das ist jedem selbst überlassen, ebenso wie die Menge an Anis, die ihr zufügt.

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Aus der angegebenen Menge sind 40 Hörnchen entstanden. Die Menge kann aber je nach Dicke, in der ihr die Hörnchen anfertigt, variieren.

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Lasst es euch schmecken!

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