Von der plötzlichen großen Lust auf Hamburger

Kennt ihr das auch, dass euch plötzlich eine unsägliche Lust auf ein bestimmtes Gericht packt? So ging es mir am vergangenen Wochenende: ich hatte plötzlich eine Wahnsinnslust  auf Hamburger.

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Hackfleisch, Brötchen, Salat, Gurken, Senf, Ketchup, etc. Eigentlich ist es nicht zu schwierig, einer solchen Lust Herr zu werden.

Allerdings finde ich, dass die handelsüblichen Brötchen ziemlich langweilig schmecken. Deshalb habe ich die Hamburgerbrötchen selbst gebacken. Außen sollten sie eine schöne Kruste haben und innen weich und fluffig sein, fast wie ein Brioche.

Mehl und Hefe gibt es eigentlich immer in meinem Vorrat. Meine Freundin Martina hat mal die Hypothese aufgestellt, dass ich bei jedem Einkauf Hefe kaufe… das stimmt sicher nicht; aber, dass ich einmal in der Woche Hefe kaufe, ist glaub‘ ich schon richtig. Fehlte noch Hackfleisch vom Metzger meines Vertrauens. Salat und Gemüse hatte ich am Morgen schon auf dem Wochenmarkt erstanden. Also, nix wie ran an die Buletten!

Zutaten für 10 Hamburgerbrötchen
200 ml warmes Wasser, 50 ml Milch, 20 g frische Hefe, 2 gehäufte EL Zucker, 8 g Salz, 80 g geschmolzene Butter, 500 g Mehl Typ 550, 1 Ei
etwas Milch zum Bestreichen und etwas Sesam zum Bestreuen

Hamburger 3Wenn ihr „nur“ 5 Hamburgerbrötchen backen wollt, könnt ihr die Zutaten bis auf das Ei  halbieren. Als Ausgleich für das ganze Ei solltet ihr im Gegenzug die Menge an warmem Wasser etwas reduzieren. Ich habe zunächst nur 5 Brötchen gebacken. Den Rest des Teiges habe vor dem zweiten Gehen in einer Schüssel in den Kühlschrank gestellt und am Sonntagmorgen Brötchen daraus gebacken. Sie schmecken auch zum Frühstück mit Marmelade, Honig oder Käse ganz wunderbar.

Zubereitung
Wasser und Milch mit Hefe und Zucker verrühren und etwas stehen lassen. In der Zwischenzeit das Mehl, Salz, Butter und das Ei in eine Schüssel geben. Hefe-Milch dazu geben und mit der Küchenmaschine oder dem Handrührgerät 5 Minuten lang zu einem Teig verkneten. Der fertige Teig muss jetzt eine Stunde ruhen. Am besten deckt ihr dabei die Schüssel mit einem feuchten Tuch ab.

Nach einer Stunde etwa 90 g schwere Teigstücke abteilen, zu Kreisen mit einem Durchmesser von etwa 10 cm formen und auf ein Backblech legen. Die Teiglinge müssen jetzt erneut abgedeckt eine Stunde ruhen. Danach werden Sie mit etwas Milch abgepinselt,  mit Sesam bestreut und wandern für 16 bis 18 Minuten bei 200 °C Ober- und Unterhitze in den vorgeheizten Ofen. Meine Brötchen waren nach 16 Minuten fertig.

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Während die Hamburgerbrötchen backen und abkühlen, kommt das Hackfleisch in eine Schüssel und wird  mit Salz und Pfeffer gewürzt. Auch wenn es nicht dem Original entspricht, gebe ich immer ein Ei zum Fleischteig. Den Fleischteig in 5 gleichschwere Portionen teilen und zu flachen runden Scheiben formen. Die Burger von beiden Seiten je etwa 4 Minuten in einer Pfanne knusprig aber nicht tot braten.

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Hamburger 8Jetzt geht es an’s Zusammenbauen. Die Hamburgerbrötchen, die innen wirklich soft und weich geworden sind und außen eine schöne Kruste haben, aufschneiden. Die Unterseite mit Senf und Mayonnaise und die Oberseite mit Ketchup bestreichen. Auf die Unterseite kommt nun Salat und darauf der Burger. Bei uns gab es in Olivenöl geschmorte und gesalzene Zwiebeln on Top, längs in Scheiben geschnittene Gewürzgurken, eine Scheibe kross gebratenen Bacon und etwas Käse als krönenden Abschluss!  Oberseite darauf legen, das ganz mit einem Zahnstocher fixieren und dann servieren.

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Hamburger 12Hamburger 15Hamburger 16Das war lecker!

 

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Kennt ihr Monkey Bread?

Ich hatte zugesagt, zu einem Treffen,  Brot mitzubringen. Da bis zum Beginn des Treffens noch Zeit war, habe ich mir überlegt, dass ich den Bäcker entlasten und das Brot selbst backen könnte…  Alle benötigten Zutaten waren auch im Haus, es konnte also losgehen.

Kennt ihr Monkey Bread? Das ist scheinbar gerade en vogue. Ich kannte es bislang nicht. Es ist ein Hefebrot, das aus vielen kleinen Teigkugeln besteht, die beim Geh- und Backvorgang zusammenwachsen und groß werden und in einer Kuchenform gebacken werden. Bei der ursprünglichen Variante, die aus Amerika kommt, werden die Teigkugeln mit Butter bestrichen und dann in Zimtzucker gewälzt.

Bei unserem Treffen sollte es Käse zum Brot geben, da war die Zimt-Zucker-Variante wohl nicht das Richtige. Aber die Idee, ein Brot aus vielen kleinen Teigkugeln zu backen, gefiel mir. Und deshalb habe ich eine herzhafte Variante gebacken und die Teigkugeln mit Sesam, Leinsamen, Salz, Mohn und mit Pesto ummantelt. So passt es auch zu Käse.

Ich habe das Monkey Bread in einer großen Gugelhupfform gebacken. Eine Rodonkuchen- oder Königskuchenform geht aber auch.

Zutaten
Für den Teig
500 g Mehl, 15 g Hefe, 1 TL Zucker, ca. 200 ml lauwarme Milch, 1 Ei,  1 TL Salz, 2 EL Öl,
Zum Bestreichen und Ummanteln
60 g flüssige Butter, Sesam, Mohn, Leinsamen, grobes Meersalz, Pesto, oder was auch immer ihr mögt oder im Haus habt.

Hefe mit dem Zucker in der lauwarmen Milch auflösen und kurz stehen lassen. Mehl in eine Schüssel sieben, in der Mitte eine Mulde formen, Salz an den Rand geben, Hefemilch in die Mulde geben und mit etwas Mehl verrühren. Das Ei verquirlen und mit dem Öl ebenfalls auf den Mehlrand gießen. Anschließend alle Zutaten mit den Knethaken des Handrührers oder in der Küchenmaschine zu einen glatten Teig verkneten.

Nun muss der Teig 45 Minuten an einem warmen Platz gehen lassen. Das Teigvolumen verdoppelt sich während dieser Zeit. Danach Teig kurz durchkneten und den Teig in 30 g schwere Stücke teilen. Die Stücke zu Kugeln rollen.

Monkey Bread 16Anschließend werden Teigkugeln in der flüssigen Butter gerollt oder rundum damit bepinselt und in Leinsamen, Mohn, Sesam, Nüssen, Salz oder Pesto wenden. Ich habe einige der Kugeln einfach nur in Butter gewendet und mit etwas grobem Salz und mit Chilipulver bestreut.

Monkey Bread 19Monkey Bread 17Backofen auf 175 °C Umluft vorheizen.

Ummantelte Kugel mit etwas Abstand in die gefettete Gugelhupfform legen, Form abdecken und für weitere 30 Minuten an einen warmen Ort gehen lassen.
Monkey Bread 20Monkey Bread 21Monkey Bread 23Dann wird das Monkey Bread etwa 40 Minuten gebacken. Form aus dem Ofen nehmen, auf einem Kuchengitter kurz abkühlen lassen und dann aus der Form stürzen.

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Zum Käse können die einzelnen Kugeln einfach abgepflückt werden. Sie schmecken aber auch ohne Käse:

Ich gebe zu, ich war etwas skeptisch, ob sich das Gebilde unfallfrei aus der Form würde lösen lassen. Aber das hat wunderbar funktioniert.

Ich werde sicher auch die süße Variante sehr bald ausprobieren und davon berichten.

Lasst es euch gut gehen!

Tarte mit Schwarzwurzeln

Es ist schön, dass Schwarzwurzeln ihren Weg zurück auf unsere Märkte und in die gut sortierten Obst- und Gemüseabteilungen der Supermärkte gefunden haben. Ich mochte schon als Kind gerne Schwarzwurzeln. Sie standen bei uns im Winter regelmäßig auf dem Tisch, denn meine Opa baute sie in unserem Garten an.

Schwarzwurzeln 2

Besonders gut schmecken mir Schwarzwurzeln, wenn sie einfach nur  in Butter braun gebraten werden oder auch in einer zitronigen Sahnesauce zu Spaghetti. Heute habe ich die auf den ersten Blick unscheinbaren Stangen zuerst gebraten und anschließend  weiterverarbeitet, und zwar zu einer Tarte.

Für eine 28er Tarte- oder Quicheform braucht ihr
250 g Mehl, 100 g Butter, 1/2 TL Salz, 1 Eigelb, 3 – 4 EL  sehr kaltes Wasser
500 g Schwarzwurzeln, Saft von 1,5 Zitronen, Butter zum Braten, Zitronenabrieb, 150 ml Sahne, 75 g Ziegenfrischkäse, 2 Eier, Salz, Pfeffer, Muskat, Zucker,  einige gehackte Walnüsse, 1 EL frische Thymianblättchen (Es darf auch getrockneter Thymian sein.

Zubereitung
Mehl mit in Stückchen geschnittener Butter, Salz, dem Eigelb und dem kalten Wasser zu einem Mürbeteig verarbeiten und abgedeckt 30 Minuten im Kühlschrank kühlen.

Während der Teig im Kühlschrank ruht, ist es Zeit, die Schwarzwurzeln zuzubereiten. Das ist eine extrem klebrige Angelegenheit. Deshalb sind Einweghandschuhe ein MUSS! Die geschälten Stangen sofort in Wasser legen, das mit dem Saft einer Zitrone angereichert wurde.

Schwarzwurzeln 4Wenn alle Stangen geschält sind, Butter in einer Pfanne erhitzen und den abgetropften Spargel in der heißen Butter braun braten. Wenn sich erste Bratspuren zeigen, etwas Zucker über die Schwarzwurzeln geben, karamellisieren und in etwas 8 – 10 Minuten, je nach Dicke der Stangen, bissfest garen und mit Salz, Pfeffer, Zitronenabrieb und Zitronensaft kräftig würzen.

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Den Teig nach der Ruhezeit ausrollen und in eine gefettete Tarteform legen, Teig mit Backpapier abdecken, mit getrockneten Hülsenfrüchten belegen und 15 Minuten bei 175 °C Umluft vorbacken.

Schwarzwurzeln 14Form aus dem Ofen nehmen und die Hülsenfrüchte und das Backpapier entfernen.

Nun die Sahne, den Ziegenfrischkäse und die Eier verquirlen und mit Salz, Pfeffer, Zitronensaft, und Muskat herzhaft kräftig abschmecken, Thymian ebenfalls unterrühren. Damit das Gericht nicht fade wird, braucht die Mischung wirklich etwas Wumms.

Die Schwarzwurzeln auf dem vorgebackenen Teig verteilen und mit den grob gehackten Walnüssen bestreuen. Sahne-Ziegenkäse-Ei-Mischung darüber geben und bei 175 °C etwa weitere 30 Minuten backen.

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Uns hat ein Auxerrois von der Nahe dazu geschmeckt!

Zitrusfrüchte im Dreierpack

Zitrusfrüchte sind gesund, das weiß jedes Kind, und man kann man mit ihnen so mitten im Winter schon ein klein wenig Sommer herbeizaubern.  Mir geht es auf jeden Fall so. Die leuchtenden Farben von Zitronen, Orangen und Limetten lassen mich,  wenn sie dann so in unserer Obstschale liegen, an Sonne und Wärme und unwillkürlich auch an meine Lieblingsinsel Sardinien denken. Dort wachsen Zitronen und Limetten quasi an jeder Ecke. Im letzten Sommer fielen uns die Zitronen im Garten unseres Ferienhauses im wahrsten Sinne des Wortes vor die Füße.

Zitronenbaum 1

Ich mag es, Produkte zu verarbeiten, die gerade Saison haben. Das ist bei Zitrusfrüchten im Moment der Fall und deshalb gab am Samstag „Variationen von Zitrusfrüchten“ (so würde es wohl auf der Speisekarte eines Restaurants stehen). Dahinter verbergen sich hier mit Granatapfel-Likör getränkte Hefeküchlein, Zitroneneis und ein Kompott aus Zitrusfrüchten. Ideengeber für diesen Nachtisch war meine Mutter und der Savarin, den sie früher für uns machte und zu dem sie ein Orangenkompott und Sahne servierte. Das wunderbare an diesem Nachtisch ist, dass sich die einzelnen Leckereien gut vorbereiten lassen. Das entspannt die Köchin.

Zutaten für 4 Personen

Orangenküchlein
Für den Teig:
160 g Mehl, 75 g, Zucker, 10 g frische Hefe, 80 ml lauwarme Milch, 60 g zerlassene Butter, 1 TL abgeriebene Orangenschale, 2 Eier, 1 Prise Salz

Zum Tränken und Bestreichen:
60 g Orangenmarmelade, 2 EL Bitterlikör mit Orange (z.B. Ramazotti Arancia), 100 ml Granatapfelsaft

Orangenbaum 1

Mehl in eine Schüssel geben, dabei in der Mitte eine Mulde formen, 1 EL Zucker in 40 ml Milch geben, die Hefe dazu bröckeln und auflösen. Milch-Hefemischung in die Mulde geben und mit etwas Mehl verrühren. Die restliche Milch mit Butter, Orangenschale und den Eiern mischen, zusammen mit der Prise Salz in die Schüssel geben und zu einem glatten Teig rühren. Teig abdecken und an einem warmen Ort 45 Minuten gehen lassen. Backofen auf 175 °C Umluft vorheizen.

Anschließend den Teig in einen Gerierbeutel geben, eine Ecke abschneiden, oder einen Spritzbeutel verwenden, und den Teig in 6 Mini-Gugelhupfformen (meine ist aus Silikon) spritzen. Förmchen dabei nur zu zwei Dritteln füllen. Teig in der Form noch einmal eine halbe Stunde ruhen lassen und im Ofen 15 – 20 Minuten goldbraun backen. Es bleibt ein Rest Teig übrig, den ihr entweder in einer zweiten Rutsche in der selben Form backen könnt oder aber ihr backt den Restteig, so wie ich, in einer 12er Mini-Minigugelhupfform .

Währed die Küchlein im Ofen backen, den Bitterlikör, mit dem Granatapfelsaft und dem restlichen Zucker erwärmen bis sich der Zucker löst. Die Miniguglhupfs (oder -hupfe?) aus der Form nehmen, auf einen Teller stellen und mit der Saft-Likör-Zuckermischung beträufeln und tränken. Anschließend mit der erwärmten Orangenmarmelade glasieren.

Zitonennachtisch 4Die Küchlein, die ihren Weg später nicht auf den Nachtischteller finden, schmecken wunderbar zum Kaffee. Es lohnt sich auf jeden Fall, die gesamte Menge zu backen.

Zitrusfruchtkompott
4 Orangen, am besten Bio-Orangen, 1 Limette, 1 Pink Grapefruit, 2 EL Zucker, 1 Vanilleschote, Orangenlikör zum Abschmecken

Schale von 1 Orange abreiben, 2 Orangen, die Limette und die Grapefruit filetieren und die Reste gut ausdrücken. Die beiden anderen Orangen auspressen und mit dem Saft der filetierten Früchte mischen.

Zucker in einem Topf karamellisieren, sobald der Zucker goldbraun ist, den Saft zufügen und so lange kochen, bis sich der Karamell gelöst hat. Nun das Mark und die Vanilleschote zufügen und den Saft auf die Hälfte einkochen lassen. Vanilleschote entfernen, Sud etwas abkühlen lassen, mit Orangenlikör abschmecken und die Fruchtfilets zugeben. Bis zum Servieren zugedeckt im Kühlschrank marinieren.

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Zitroneneis
3 Zitronen, 250 g Naturjoghurt (Fettstufe al gusto), 80 g Puderzucker, 2 Eiweiß, 1 Prise Salz.

Schale einer halben Zitrone abreiben und die Zitronen auspressen. Saft und Schale und mit dem Joghurt und 30 g Puderzucker verrühren und in den Kühlschrank stellen. 2 Eiweiß mit einer Prise Salz und 50 g Puderzucker steif schlagen, Eischnee unter die Joghurtmasse rühren und mindestens 1 Stunde in den Kühlschrank stellen.

Wenn die Eismasse gut durch gekühlt ist in die Eismaschine geben und bis zu gewünschten Konsistenz rühren. Entweder direkt servieren oder bis zum Servieren in den Tiefkühler stellen.  Ich habe das fertige Eis bis zur Verwendung tiefgefroren. Ich achte darauf, dass die Schüssel nicht zu groß ist und decke das Eis mit Klarsichtfolie und Deckel ab. So bilden sich keine Eiskristalle.

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Wenn Vorspeise und Hauptgang passé sind, aber natürlich noch Platz für Nachtisch ist, Orangen-Küchlein, Eis und Kompott auf Tellern anrichten, mit einem Minzblatt garnieren und ab damit auf den Tisch.

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Lasst es euch schmecken!

Pastinaken – Winterwurzelgemüse in Brot und als Chips

Unsere Töchter haben mir vor einigen Jahren ein Abo der Zeitschrift Lust auf Genuss geschenkt. Der Tag, an dem die jeweils neue Ausgabe kommt, ist immer ein sehr schöner Tag. Ich freue mich den ganzen (Nach-)Mittag darauf, dass ich es mir abends mit dem Heft auf dem Sofa gemütlich machen und mir die neuen Rezepte und Themen zu Gemüte führen kann.

Das Heft 2/2017 beschäftigt sich mit Wurzelgemüsen, wie Pastinaken, Schwarzwurzeln, Steckrüben, Sellerie, etc. Besonders angesprochen haben  mich die Ideen, Pastinaken in Brot zu verbacken und  Chips aus Schwarzwurzeln herzustellen.

Wir hatten am Wochenende Freunde zum Essen eingeladen. Das war eine gute Gelegenheit, zum Aperitif Chips aus Wurzelgemüse und als Begleitung zum Essen das Pastinakenbrot zu servieren. Ich habe die Rezepte etwas abgewandelt. Aus Schwarzwurzelchips sind  Pastinakenchips geworden und im Pastinakenbrot habe ich einzelne Zutaten verändert.

Chips 2Pastinakenchips
Zutaten
170 g geschälte Mandeln, 30 g Leinsamen, 300 g Pastinaken, 1 Knoblauchzehe, 1TL Oregano, 1TL geräuchertes Paprikapulver, Salz, Pfeffer, 2 EL (schwarzer) Sesam, Zitronensaft nach Geschmack

Chips 5

Zubereitung
Mandeln über Nacht in Wasser einweichen, Leinsamen in 60 ml Wasser 2 Stunden einweichen. Pastinaken schälen und grob raspeln. Am nächsten Tag die Mandeln abgießen und in einer Küchenmaschine hacken. Leinsamen mit Einweichwasser, in Stückchen geschnittener Knoblauchzehe, dem Oregano, dem Paprikapulver, 20 Umdrehungen schwarzen Pfeffer aus der Mühle und 2 guten Prisen Salz mit Hilfe der Küchenmaschine zu einer glatten Masse verarbeiten. Sesamsamen unterarbeiten und die Masse noch einmal mit Salz, Pfeffer und Zitronensaft abschmecken.

Chips 4Backblech mit Backpapier auslegen und die Masse dünn darauf verstreichen. Im Backofen bei 100 °C Umluft ca. 3,5 bis 4,0 Stunden trocknen.  Die Trockenzeit variiert je nach Dicke der Masse. Nach einer Stunde mit dem Messer Sollbruchstellen einritzen, damit sich die Chips nach dem Trocknen in Stücke brechen lassen. Ich habe beim Trockenvorgang die Ofentür einen Spalt offen gelassen. Auf jeden Fall sollten die Chips am Ende kross sein.

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Luftdicht verpackt sollen sich die Chips halten. Das konnte ich allerdings nicht überprüfen. 😉 Am Ende des Abends war alles verputzt. Ich kann mir gut vorstellen, dass diese Chips auch mit Sellerie schmecken würden. Das probiere ich bestimmt einmal aus.

Pastikakenbrot
Zutaten
600g Pastinaken, 1/2 Würfel Hefe, 100 g  gemahleneHaselnüsse, 80 g Pekannüsse, 30  g Leinsamen, 30 g Flohsamenschalen, 50 g Kürbiskerne, 75 g Buchweizenmehl, 75 g Dinkelvollkornmehl, je 1Tl gemahlener Kreuzkümmel und zerstoßener Koriander.

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Zubereitung
350 g Pastinaken schälen, in Stücke schneiden, in Salzwasser in ca. 20 Minuten weichkochen und anschließend  fein zerstampfen oder pürieren. Die restlichen Pastinaken schälen, eine Hälfte grob, die andere Hälfte fein raspeln. Hefe in 150 ml lauwarmen Wasser mit 1 TL Zucker auflösen.  Pastinakenraspel, -Mus, Haselnüsse, Pekannüsse, Leinsamen, Flohsamenschalen, Buchweizen- und Dinkelmehl und 1/2 TL Salz in einer Schüssel mischen. Hefe Wasser dazu geben und mit einem Holzlöffel und dann mit den Händen zu einer homogenen Masse verarbeiten. Ggf. noch mit etwas Salz abschmecken. Teig mindestens 60 Minuten gehen lassen. Mehr schadet nicht.

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Backofen auf 230 °C Umluft vorheizen. Teig zu einem Laib Formen und auf ein Backblech legen .Ich habe das geformte Brot noch einmal 30 Minuten ruhen lassen. Der Teig geht nicht besonders stark auf, das ist aber überhaupt nicht schlimm. Brot in den Ofen schieben und 15 Minuten backen, Temperatur auf 175 °C reduzieren und in ca. 30 – 40 Minuten fertig backen.

Pastinakenbrot 5Pastinakenbrot 6

Bei uns gab es Butter und Salz, einen Rote Bete- und einen Avocado-Dip zum Brot.

Pastinakenbrot 2Pastinakenbrot 9
Pastinakenbrot 8

Und am Sonntagmorgen schmeckte das Pastinakenbrot mit Quark,  Marmelade und Honig zum Frühstück.

 

 

Rosenkohl und Rote Bete

Nicht, dass ich nicht gerne Weihnachtsplätzchen, Schokolade, Stollen und Spekulatius esse… aber nach der doch etwas süß-lastigen Advents- und Weihnachtszeit steht mir heute der Sinn nach etwas wirklich Herzhaftem.

Außerdem habe ich noch folgendes Anforderungsprofi an das heutige Gericht: unkompliziert soll es sein, lecker natürlich auch und ich will nicht allzu lange in der Küche stehen.

Auf dem Mark habe ich gestern Rosenkohl und Rote Bete gekauft. Im Kühlschrank gibt es noch Bacon, der soll mit dem Gemüse in den Backofen.

Rosenkohl 1

Rote Bete 1
Rosenkohl 2

Zutaten für 2 Personen:
500 g Rosenkohl, 4 Rote Bete-Knollen (mittelgroß), 2 Olivenöl, Salz, Pfeffer, Balsamico , 100 g Bacon, Ahornsirup, wenn ihr mögt.

Die Mengen sind sehr variabel und hängen im Wesentlichen  von eurem Appetit ab.

Zubereitung:
Rosenkohl waschen, putzen und die Röschen halbieren, die Rote Bete-Knollen schälen und je nach Größe vierteln oder achteln. Rosenkohl in eine Auflaufform geben und frisch gemahlenem Pfeffer würzen, Rote Bete-Achtel dazu geben, Gemüse mit grobem Meersalz würzen und mit 2 EL Olivenöl beträufeln. Nun kommt die Auflaufform für etwa 30 Minuten bei 175 °C Umluft in den Backofen. Der Rosenkohl sollte am Ende der Backzeit Farbe angenommen haben und fast gar sein.

Rosenkohl 4

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Das Gemüse wird nun mit Balsamico-Essig beträufelt. Ich habe 2 EL genommen. Die Menge hängt etwas vom Säuregehalt eures Essigs und eurem Geschmack ab. Jetzt kommt der Speck oben auf das Gemüse und die Form wandert noch einmal in den Backofen und bleibt dort, bis der Speck schön kross geworden ist.

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Dann raus aus dem Ofen, ich habe zum Schluss Ahornsirup über das Gemüse gegeben. Rosenkohl, Rote Beten sowieso und auch der Speck vertragen sich wunderbar mit der besonderen Süße des Sirups.

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Wir haben das Gemüse ohne weitere Beilagen gegessen. Kartoffelpüree würde bestimmt gut dazu passen und Frikadellen kann ich mir dazu auch vorstellen.

Wenn man davon absieht, dass das Putzen des Rosenkohls etwas Zeit in Anspruch nimmt, ist das Gemüse schnell zubereitet und macht sich im Ofen dann fast von alleine. Und lecker war es auch. Darf es öfter geben!

Inventur

Früher, da waren Anfang des Jahres Geschäfte häufig „Wegen Inventur geschlossen“. In den Geschäften wurden gemessen, gewogen und gezählt und die Bestände für den Jahresabschluss festgestellt. Ich habe heute die (Rest-)Bestände meiner Weihnachtsbäckerei festgestellt, gebe aber gerne zu, dass ich  nicht alle Tüten und Päckchen gezählt und gewogen habe, ich habe es bei einer visuellen Inventur belassen.

Das Ergebnis ist, dass es bei uns wahrscheinlich bis Ostern an jedem Wochenende Nusskuchen geben wird!

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Neben vielen ungeöffneten Packungen, die sich dann ja noch eine Weile halten, habe ich bei meiner Inventur auch viele angefangene Packungen gefunden: u. a. Paranüsse, Pekannüsse, Walnüsse, Mandeln, Orangeat, Marzipan, Oblaten, Lebkuchen- und Spekulatiusgewürze (die ja auch nicht besser werden, wenn sie lange liegen…), Puderzucker  und noch so einiges mehr.

Einige der offenen Tüten und Päckchen habe ich in einem Rührteig verarbeitet. Herausgekommen ist mein Inventurkuchen aus folgenden

Zutaten:
150 g Nüsse (bei mir waren es Wal- und Pekannüsse), 5 Eier, 200 g Zucker, davon 70 g Muscavadozucker, 50 g Orangeat, 100 g Marzipan, 250 g Mehl, 250 g Butter, 2TL Lebkuchengewürz, 2 EL Kakao, 1 Prise Salz, 2 TL Backpulver und Rotwein, der vom  Freitagabend übrig war.

Zubereitung:
Backofen auf 175 °C Umluft vorheizen.
Nüsse grob hacken und in einer Pfanne rösten, bis sie schön duften. Das Orangeat feinhacken. Ich habe es anschließend mit etwas Mehl gemischt, damit die Stückchen nicht zusammenkleben. Marzipan zerzupfen und mit der Butter, den beiden Zuckersorten (wenn es keine Reste gibt, geht natürlich auch ganz normaler weißer Zucker) cremig rühren. Die Eier nach und nach dazu geben und gut unterrühren. Restliches Mehl, Kakao, Backpulver und Orangeat-Mehl-Gemisch nach und nach zur Butter-Zucker-Ei-Mischung geben und unterarbeiten. Zum Schluss den Rotwein dazu geben und die gerösteten Nüsse unterheben.

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Nun kommt der Teig in eine gut gefettete Gugehupf-Form und geht dann für etwa 45 Minuten in den Ofen. Am Ende der Backzeit mit einem Stäbchen prüfen, ob der Teig durchgebacken ist. Wenn das der Fall ist, aus dem Ofen nehmen und 10 Minuten in der Form ruhen lassen.

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Danach auf ein Kuchengitter stürzen, auskühlen lassen und nach Geschmack mit Puderzucker bestäuben und genießen!

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Inventurkuchen 14

Ich habe den Teig in zwei kleinen Formen gebacken. Es blieb ein kleiner Rest Teig übrig, den ich in Papier-Muffin-Formen mit Weihnachtsmotiv, die ich bei der Inventur ebenfalls ausfindig gemacht habe, gebacken habe.

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So, das hätten wir schon mal…

Frohes Neues Jahr!

Nach einer längeren Pause melde ich mich heute zurück und wünsche euch allen ein frohes, glückliches, gesundes und hoffentlich auch genussreiches neues Jahr 2017.
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Und ich möchte euch heute ein Gebäck vorstellen, das in meiner Heimat im Münsterland in der Zeit um den Jahreswechsel „Hochkonjunktur“ hat.

Es sind die sogenannten „Neujährchen“, die manchmal auch „Eiserkuchen“ genannt werden. Rezepte für Neujährchen gibt es, das könnt ihr euch sicher denken, unzählig viele. Jede Familie schwört hier auf ihr eigenes Rezept. Und ich auf meins :-), das ich übrigens von der Schwägerin meiner Schwester bekommen habe.

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Das Münsterland war und ist immer noch eine Region, die sehr von der Landwirtschaft geprägt ist. Früher arbeiteten viele, viele  Menschen in der Landwirtschaft, sei es als Bauer und Bäuerin auf dem eigenen Hof oder als angestellte Magd oder angestellter Knecht. Die Zeit zwischen Weihnachten und Neujahr war traditionsgemäß arbeitsfrei und alle Menschen nutzen die Zeit, um Verwandte, Freunde und Bekannte zu besuchen.  Diese Tage zwischen den Jahren trugen den Namen „Kokedage“. Das ist Münsterländer Platt und heißt so viel heißt wie: „Kuchentage“.

Meine Oma erzählte mir, dass es damals nicht nötig war, seinen Besuch anzukündigen. Alle Hausfrauen stellten sich bereits im Vorfeld der Kokedage darauf ein, dass täglich Besuch kam. Damit sie aber nicht jeden Tag auf’s Neue Kuchen backen mussten, denn schließlich war ja eigentlich arbeitsfrei, sie aber selbstverständlich jeden Gast gut bewirten wollten, sind wohl  Neujährchen entstanden, knusprige Hörnchen, die sich gut auf Vorrat herstellen lassen. Gefüllt mit frisch geschlagener Sahne und Marmelade (oder eingewecktem Obst, das es im Vorratskeller immer gab), sind diese Hörnchen eine Köstlichkeit. Ich mag sie allerdings am liebsten pur ohne alles.

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Für die Zubereitung benötigt man ein spezielles Hörncheneisen und ein Hilfsmittel, um Hörnchen zu formen. Meine Hörnchen sind immer an beiden Enden offen. Man kann sie aber al gusto auch zu „richtigen“ (Eis-)Hörnchen formen.

Ich stelle den Teig für meine Neujährchen immer am Vorabend des Backtages her, damit der Teig gut quellen kann. So werden die Hörnchen besonders kross und knusprig .

Zutaten:
Außer einem Hörncheneisen benötigt ihr:
200 g brauen Kandiszucker oder Grümmel, 0,5  l Wasser, 65 g Butter, 1 Ei und 250 g Mehl, ganze Aniskörner nach Geschmack

Zubereitung:
Zunächst löst ihr den Kandiszucker in heißem Wasser auf und lasst die Zuckerlösung wieder abkühlen. Dann rührt ihr die Butter und das Ei schaumig und gebt nach und nach das Mehl und 3/4 der Zuckerlösung zu bis ein glatter Teig entstanden ist. Ich lasse den Teig dann über Nacht im Kühlschrank ruhen. Am nächsten Tag benötigt der Teig in der Regel noch etwas von der übrig gebliebenen Zuckerlösung. Der Teig sollte die Konsistenz eines dünnen Pfannkuchenteiges haben.

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Am einfachsten ist es, ein Probehörnchen zu backen. Dazu das Hörncheneisen sehr gut vorheizen, 2 Löffel, ich benutze einen Saucenlöffel, Teig in das Hörncheneisen geben und backen bis es schön braun geworden ist. Der Teigkreis, der entsteht sollte am Ende des Backvorganges sehr dünn sein, an den Ränder fast durchsichtig, dann ist er genau richtig.

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Nun müsst ihr euch beeilen und aus dem Teigfladen ein Hörnchen formen. Das geht nur, solange der Fladen noch heiß ist. Am besten benutzt ihr zum Formen ein dünnes Holz oder etwas Ähnliches. Ich nehme immer eines dieser Plastikröhrchen, in denen Zuckerstreusel und -Perlen im Handel angeboten werden.

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Vielleicht fragt ihr euch, wann denn der Anis zum Teig kommt. Im Prinzip von Anfang an. Da meine Töchter die Hörnchen lieber ohne Anis mögen, füge ich die Aniskörner erst zu, wenn ich die Hälfte des Teiges zu Hörnchen verarbeitet habe. Aber das ist jedem selbst überlassen, ebenso wie die Menge an Anis, die ihr zufügt.

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Aus der angegebenen Menge sind 40 Hörnchen entstanden. Die Menge kann aber je nach Dicke, in der ihr die Hörnchen anfertigt, variieren.

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Lasst es euch schmecken!